Vang Vieng where the Party is almost over

Letzter Tag Vientiane. Wir lassens etwas langsamer angehen und gehen erstmal was essen. Hab ich schon erwähnt dass das Essen hier fantastisch ist und man quasi die ganze Reise in Restaurants, Garküchen und Streetfood-Läden verbringen könnte? Wir entscheiden uns wieder für das Banlao, wo wir am Ankunftstag waren. Erstens weils dort saulecker war und zweitens … äh … wie gekommen so gegangen. Oder so ähnlich. Es war wieder klasse („This dish only in Laos!“) und die Besitzerin saufreundlich. Wer mal in Vientiane sein sollte: Klare Empfehlung.

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Nun wollen wir weiter nach Vang Vieng.Tja, Vang Vieng. Zunächst wollte Jochen hin und Claudi nicht. Beides aufgrund von Dokumentar-Filmen im Internet. Die schönen zeigen die unglaubliche Landschaft. Die anderen zeigen die wilden Horden grölender, betrunkener Feierteens und -twens. (und -thirties). Eine schwere Entscheidung aber am Ende doch klar. Keiner von uns will  inmitten von respektlosen Fereng (Wort für Ausländer?) massentouristische Ballermann-Szenen erleben und sei die Landschaft auch noch so schön. Dann wollte Claudi Hin und Jochen nicht. Denn pro: es liegt sowieso auf dem Weg nach Luang Prabang und man kann prima die Reise in zwei Hälften Teilen. Andererseits, contra: wir haben sowieso so wenig Zeit übrig. Lieber gleich durchfahren und die Tage im Norden nutzen. Letztlich hat jedoch die Neugier und die Weisheit gesiegt. Wann kommt man schon wieder hier hin? Welchen Sinn macht es etwas auszulassen was sich sowieso anbietet? Und wer will schon 10 Stunden am Stück im Bus sitzen? Gut, Vang Vieng wir kommen. Dorthin bringt uns ein Mini-Van. Der fährt ganz früh und einer fährt auch 13:30. Den nehmen wir. Als wir am Siri (Syri) abgeholt werden entsteht gerade der vorherige Blog-Post. Schnell Laptop zu und auf zum Wagen. Doch was sehen meine Augen da? 5 (gefühlte 25) alkoholisierte, laute, halbnackte Australier / Engländer. Örks na das wird bestimmt ein Spaß! Wir steigen vom Lasten-Tuk-Tuk in den Mini-Van, weitere Backpacker gesellen sich zu unserer munteren Gruppe. Mini-Van voll, die Jungs vor uns auch und los geht es.

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Zum Glück dauert diese Fahrt ja nur halb solang. Kaum sind wir bis zum Stadtrand gekommen, wird der Fahrer schon gebeten anzuhalten. Jemand muss sich erleichtern. Doch was ist das? Es ist wiedererwarten keiner der Muckibude-Eiweissshake-Eisenfresser-Gröleheinis. Ein Asiate, Japaner? Er kann das Geschaukel nicht gut ab und ihm ist schlecht. Das erste Mal übergibt er sich kurz nach der Stadtgrenze. Eine halbe Stunde später nochmal. Und wir sind noch nicht einmal in den Bergen wo die Strassen laut Beschreibeung eng, windy und bumpy werden. Ein paar Mal halten wir ihm zuliebe noch an, inklusive kurzer echter Pause auf halber Strecke. Lustig ist die Tatsache, dass je länger die Reise dauert, desto leiser werden die Protzer und desto lauter (und lustiger) geht es vorne beim Fahrer zu. In den Bergen, die wirklich windy, aber auszuhalten sind, bekommen wir den ersten Blick auf die Karstberge die uns erwarten. Vorfreude pur! Zuletzt bleibt zu sagen, die Fahrt war sehr schaukelig, holperig, bumpy aber landschftlich echt super.

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Bei der Ankunft hat Jochen zum Glück mitbekommen wo die Party-People ihr Lager aufzuschlagen gedenken (Pan’s Place). Wir entschieden uns kurzerhand für eine Herberge ganz am anderen Ende der Gegend. Auf unsere Frage ob die Richtung (wir deuteten nach Osten) richtig wäre und ob man laufen könne, wenn das Ziel Campa Lao wäre, erhielten wir zur Bestätigung ein freundliches heftiges Nicken. Es war allerdings sowieso kein Tuk-Tuk in der Nähe und so schulterten wir das Marschgepäck und wackelten los in die angegebene Richtung. Aus reiner Intuition hielten wir das (scheinbar einzige) Tuk-Tuk an, dass offenbar wieder zurück gefahren kam und liessen uns zu besagter Herberge fahren. Natürlich war es sehr sehr weit – man hätte laufen können aber wäre erst lange Zeit später angekommen – und nicht ganz in der angegebenen Richtung – ein kleiner aber wichtiger Schlenker Richtung Fluss runter war unabdingbar. Wir lernen es wohl nur sehr mühsam, nur weil die Antwort freundlich und bestimmt ist, muss sie eben doch nicht unbedingt richtig sein. Am Ziel angekommen dämmerte es gerade. Wir waren uns sofort einig: das Etablissement ist das Plätzchen unserer Wahl. Schnell ankommen, auspacken und los, essen suchen.

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Die Strasse parallel zum Fluss entlang schlendernd sahen wir uns diverse Speisekarten der Restaurants (eines neben dem anderen) an um festzustellen, dass überall der gleich Kram (Pizza, Burger, Pasta,etc.) angeboten wird. Fisch, gedämpft oder gegrillt fanden wir erst am Ende der Straße, ganz hinten in der Karte. Vorbei an unzähligen Kaschemmen mit lauter Musik und Fernseher auf dem in Endlosschleife die einschlägigen englischsprachigen Vorabendserien dargeboten wurden. Pro Season ein Laden – so kam es uns vor… Örks, wo sind wir da hingeraten?

Das Restaurant unserer Wahl hatte keinen Fernseher. Hier lief zwar Elektromusik aber das änderte sich im Laufe des Abends. Als das sauleckere Essen kam schwenkte der Stil über zu Klassikern aus unserer Jugend 🙂 Derart begleitet liessen wir uns den Fisch und je ein Beerlao schmecken.

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Anschliessend haben wir noch einen kurzen Verdauungsspaziergang über die Brücke am Quai, äh Nam Song gemacht um uns dann satt und zufrieden mit einem Beerlao-to-go in Richtung Heia zu begeben.

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Aber an Heia war nicht zu denken. Nein nicht wegen feiernder Horden, es war einfach zu einladend sich im schönen Innenhof auf ein weiteres Beerlao in der Hängematte noch ein wenig das laue Abendlüftchen um die Nase wehen zu lassen. Und wo einer sitzt, da sitzen auch zwei und dann dauert es nicht lang werden es drei. Das Zimmer neben der Hängematte hinten links gehört J. aus den Niederlanden. Und da saßen wir nun und plauschten. Und wer wissen will wie der unternehmungslustige J. unseren Tagesablauf bereichert, der lese gerne den nächsten Artikel.

Gruß, Pass-Claudi

P.S. der Pass ist in diesem Moment mit dem Pass von Jochen im blauen Rucksack.

und Social-Jochen

P.P.S. Hier noch ein Bild wie dieser Post im lauschigen Hinterhof des Campa Lao entstand.

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Bycicle Race

Für Heute hatten wir uns einen Wecker gestellt, damit es nicht schon wieder Mittagszeit und brüllend heiss ist bis wir in Aktion treten. Also schwupps geduscht, angezogen noch schnell was getippt und los gehts. Der Hunger treibt uns voran – heute ist französicher Tag – Jochen will Baguette (oder wie man badisch sagen würde Baggedd) Wir also ab in die Rue Francoise N. das ist französich und heisst Francoise N. Straße 😉 Wenn hier keine Baguettes zu haben sind wo dann?! Und tatsächlich hier gibt es welche und zwar seeehr leckere. Sättigend sind sie auch aber es bleibt die vage Ahnung, dass das nicht für den ganzen Tag reicht.

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Fest geplant ist nur um 12:00 die frisch gewaschene Wäsche abzuholen im Mixay Paradise (da ist mir Laundry-Service 10.000K/kg am ersten Tag als erstes aufgefallen) Vorher brauchen wir Geld, Essen und möchten gern Fahrräder ausleihen. Geld haben wir gefunden (genauer einen Automaten der uns für eine schnuckelige kleine Gebühr Geld von unsserem Konto gibt). Essen haben wir auch gefunden (besagte leckere Baggedds) und nun noch schnell Fahrräder besorgt, Wäsche geholt, ins Hotel gebracht und los!

Die Räder sind prima! Niegel-nagel-neu und recht günstig. Den Tip haben wir von der Zirkusdirektorin bekommen: “Der Laden heisst Mixay irgendwas, geht einfach hinter der Beerdigungsgesellschaft, die schon seit Tagen auf beiden Seiten der Straße alles blockiert mit Stühlen, Tischen, Essen und so, nach rechts“. Danke. Super Laden, super Service. Zwar hatte eines anfangs ein kleines Klappern aber getauscht gegen sein Zwilling konnte es dann direkt losgehen. (Wäschesack noch schnell ab ins Zimmer).

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Da eine letzte Pflichtaufgabe noch auf der Liste stand sind wir zunächst nur die Hauptstrasse flussaufwärts gefahren. Bis zu einem Copy-Shop. Denn kürzlich ist uns klargeworden vom neuen Pass haben wir keinerlei Sicherheitskopie. Von allen Papieren hat Jochen B-IN-B (back in berlin) solchen angefertigt aber in Helsinki haben wir nicht bedacht dies auch mit dem neuen Dokument nachzuholen.

2 Fotokopien und ein pdf später sassen wir auch schon wieder im Sattel unserer Stahlrösser. Als anständige Verkehrsteilnehmer entlang einer Einbahnstrasse war uns nun die Richtung vorgegeben, weiter flussaufwärts. So gelangten wir zum Präsidenten-Palast. Ein feudales Gebäude, hoch umzäunt. Welches sicher seine architektonischen Finessen hat aber unsere Augen waren sofort nach links gelenkt wo sich am Ende des breiten mehrspurigen Boulevard ein triumphbogenartiges Gebäude erhob. Da war alles klar, Fahrräder, Triumphbogen und los gehts! Tour de France lässt grüssen. Hier fingen wir schon ein wenig an, die üblichen Verhaltensregeln der laotischen Mitstreiter im Straßenverkehr zu unseren Gunsten zu interpretieren. Aber das tut man gerne um Bilder wie diese zu haben mit dem einsamen Radler auf das Ziel zu.

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Am Triumphbogen angekommenerstmal Pause und unsere körpereigenen Wasserreserven neu aufgetankt. Wie Bart später zu spüren bekommen wird ist das eine nicht zu vernachlässigende Tätigkeit. Natürlich das obligatorische Foto gemacht und, schwupps, drängt sich links ein tätowierter Mönch vorbei der von seinem Vasallen auch geknipst wird. Von Bart auch. Merkt er aber nicht.

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der Verkehr in Laos ist zwar nicht Indien-Style, aber trotzdem, zumindest für Bart, eine echte Herausforderung. Regeln gibts halt nicht und jeder muss sehen wie er zurecht kommt. Und Vertrauen in den gütigen Buddha haben. Aber da wir 2006 eine erstklassige Ausbildung in Kolkatta von Tanushri bekommen haben (die uns Hasenfüsse beim Überqueren der Strasse immer ausgelacht hat) konnte eigentlich nichts schiefgehen. Und ist auch nicht. Auf jeden Fall war für uns das Erlebnis einmalig. Endlich, endlich nach so vielen Jahren zum ersten Mal in Asien auf zwei Rädern statt per pedes unterwegs! Vorher „durften“ wir ja immer nicht …

Weiter dann zum Pha That Luang, erstmal Wasser, Cola und ein Eis für Claudia holen. Und dann, wie im letzten Post schon geschrieben, kontemplativ chillen.

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Dann ab ins nirgendwo. Zumindest hat Bart das so erlebt, für Claudia war es eher ein easy ride. Da sieht man wer die Grossstadterfahrung in Punkto Radeln hat. Links, rechts, nuff, nunder, und Bart immer hinterher bis er nicht mehr konnte. Besser gesagt bis er bald, ähm, gek**** hätte. Ja, das was ihr unten auf dem Bild seht ist ein verschwitztes Shirt … Verfahren haben wir uns nur ein kleines bisschen, aber Dank des genialen Kompasses den wir von unseren lieben Freunden den Shyamals bekommen haben war auch das Problem schnell gelöst. Süden? Da lang!

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Vor dem Räder abgeben noch schnell was futtern. Der Junge Kellner hat Bart immer so schelmisch von der Seite angelacht dass Claudia auf die Idee kam wir wären eventuell in einer Schwulenbar gelandet. Wir können die These bis heute weder widerlegen noch bestätigen. Wie es wirklich war weiss nur … na … richtig, der gütige Buddha allein.

Dann waren wir aber auch richtig knülle, noch schnell etwas packen, am nächsten Tag gehts schliesslich weiter nach Vang Vieng und Bye Bye Vientiane. Zum Schluss noch ein letztes Beerlao auf der Terasse, dann ab ins Heiabettchen?

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Denkste! Das dicke Ende kommt zum Schluß. Claudi packt und packt und packt. Und was denkt ihr, welches Utensil fehlt zum Schluß? Genau! Wo ist der Pass? Der schöne neue Pass? Ihr könnt Euch vorstellen wie sich das anfühlt, nach der ganzen Vorgeschichte. Es ist spät wir sind sehr kaputt, müssen früh aufstehen, der Bus ist schon bezahlt und wiedermal hat Claudi keinen Pass – nicht witzig. Also zunächst scharf nachdenken, wo haben wir ihn als letztes gesehen? Richtig im Copyshop. Hat der freundliche Kopier-Laote ihn mir wieder gegeben? Möglicherweise nein, ich bin nicht sicher. Ich zieh mich an, ich geh so schnell ich kann dahin, ich überlege unterwegs was wenn schon geschlossen ist? Was wenn er dort nicht ist? Was wenn ihn jemend gefunden hat? Gedankenkarussell. All meinen Dank an das Universum, der Pass war tatsächlich im Flachbettscanner liegengeblieben. Der Laden hatte noch geöffnet und der Pass war sicher verwahrt in der Schublade. Danke, Danke, Danke. Und wiiiiee peinlich, erst am Ende des Tages fällt auf dass er fehlt! Ab jetzt wird er ausschliesslich direkt am Körper getragen und nur in Ausnahmefällen ausgehändigt. Weitere Abenteuer on the road und in Vang Vieng dann im nächsten Post.

Es grüssen,

Cycling-Claudi

Exhausted-Bart

Wer ist eigentlich dieser Schüüül?

Oder auch: Lonely Planet my ass! Ich muss hier mal kurz loswerden wie sehr uns der Lonely Planet diesmal enttäuscht hat. Wir haben beschlossen: Nie mehr wieder.

Zunächst mal sind die Karten und Strassennamen falsch. Eine Querstrasse heisst wie die Hauptstrasse und umgekehrt. Somit hats dann eben etwas länger zum guest house gedauert als gedacht. Naja, Schwann drüber dachten wir, kann ja einmal passieren (Betonung auf „einmal“).

Als wir dann aber Jules Classic Bikes zwecks Motorradverleih gesucht haben war Polen offen. Wieder einem Tuk-Tuk Fahrer mühevoll erklärt wo wir hinwollten (btw, dieser war fair und hat uns nicht abgezockt). Endlich dort angekommen wo uns der Lonely Planet („komplett neu recherchiert“) hingeführt hat erfuhren wir das der gute Jule schon seit drei Jahren nicht mehr dort ist.

OK, dann zur Adresse seiner Webseite. Von freundlichen Laoten wurden wir wieder mal hierhin und dorthin geschickt. Es ist wie in Indien: Bevor man zugibt dass man einfach nicht weiss wo die Strasse ist deutet man einfach in irgendeine Richtung.

Also, alle Hinweise halfen nichts und Bart wollte schon aufgeben. Claudia, das alte Kämpferherz gab sich aber noch nicht so schnell geschlagen. Wir fanden schliesslich den Tempel wo gegenüber der gute Schüül sein sollte. Aber da war nur ein Spa. Das Spa war auch im Lonely Planet, aber irgendwie woanders.

Trotzdem im Spa eine freundliche Laotin gefragt ob man Motorräder leihen kann. Standen ja auch ein paar Maschinen rum. „No, not here“. Aha. Hä? Dann eben nicht, Danke und Tschüss!

Schon wieder auf dem Heimweg rannte uns plötzlich eine andere Frau hinterher und winkte uns zurück. Und tatsächlich: Da war er, der Schüül. Spa und Schüül sind nämlich ein und dasselbe. Danke Lonely Planet for wasting our time!

Zum  Schluss haben wir dann doch kein Schüül-Bike genommen, da Minimum-Leihdauer eine Woche und ausserdem wollte er unseren Pass behalten. Nope.

Nächstes Mal nehmen wir einen anderen Führer mit. Vielleicht gibts ja den „Very Lonely Planet“ oder den „Extremely Lonely Planet“.

Wander-Claudia

Wander-Bart

P.S. und da die Wanderung so ergebnislos war, gibts auch keine Bildergebnisse 😉

Dr. Siri auf der Spur

Neuer Tag, neue Mission. Eigentlich wollten wir auf die Suche nach einem Motorradverleih gehen (mehr zu dieser Odysee im nächsten Artikel). Dann kamen wir aber auch schon an der ersten Siri-relevanten Stelle vorbei und beschlossen erstmal das zu erledigen. Wer die Bücher über Dr. Siri nicht kennt wird mit dem Post hier wohl wenig anfangen können, aber er muss sein, denn Dr. Siri hat uns ja überhaupt erst nach Laos gebracht.

Aber man darf ja nicht ungestärkt auf eine heikle Mission gehen, daher sind wir erstmal in eine Nudelküche direkt vor unserem Guesthouse gewackelt. So eine wo sich kein Tourist reinverirrt. Unsere Frage nach einer vegetarischen Suppe war dann auch eher für den Popo. Der freundliche Herr bemühte sich zwar redlich, aber ausser „Beef – Chicken – Fish“ war da nicht viel. Also, egal, einmal Fish, einmal Chicken. Mal wieder saulecker. Wir entschuldigen schonmal die vielen Essens-Bilder, aber wenn man hier eines kann, dann Essen. Immer und überall. Neben uns sassen vier Mädels in Schuluniform die die ganze Zeit wild gekichert haben. Pubertät ist wohl irgendwie in jedem Land gleich. Ob sie wegen uns gekichert haben konnten wir nicht feststellen, möglich wärs aber durchaus. Bezahlen war wie immer problematisch. Für mich sehen alle Scheine gleich aus. Zu allem Überfluss sind die arabischen Ziffern bei jedem Schein irgendwo anders aufgedruckt.

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Gut gestärkt gings also los. Als erstes fanden wir die Fountain, also den Brunnen an dem in den 70er Jahren zwei Menschen ihren Tod fanden. Einer flog aus dem Fenster weil er versuchte den Kasten mit den königlichen Puppen zu öffnen. Der andere war zur falschen Zeit am falschen Ort und wurde vom Fenster-Flieger erschlagen. Tragisch! Der Brunnen ist leider tagsüber nicht an.

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Dann ein kleines Päuschen im wirklich sehr schönen, äh … äh … Park dessen Namen ich grade nicht parat habe, der aber ganz sicher auf einem Video dokumentiert ist, da er in riesigen Buchsbaumlettern an der Böschung prangt.

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Im weiteren Verlauf unseres Marsches stolperten wir dann buchstäblich über die berühmte Mahosot-Klinik. Der Ursprung des Protagonisten Dr. Siri. Denn hier an der Mahosot-Klinik befindet sich die Pathologie. Im hier und jetzt ist allerdings keine Spur einer Pathologie zu finden. Wahrscheinlich ist jedoch nur ausgeschildert was Menschen auch als Hinweis benötigen. Tote fragen selten nach dem Weg. Zuerst haben wir uns nicht getraut das Gelände zu betreten. Nicht zuletzt weil ein nicht ganz einladend blickender Wächter am Eingang die Zufahrt regelte. In einem kurzen Moment als er beschäftigt war, mit einem Auto und dessen Fahrer und uns dabei den Rücken zukehrte, schlüpften wir unbemerkt (denken wir zumindest) dann doch hinein.

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Der Klinik-Komplex ist genau wie man sich soetwas vorstellt, mit verschiedenen Gebäuden für verschiedene Fachrichtungen, umgeben von Blumenbeeten und schattenspendenden Bäumen. Zwei Hauptwege durchziehen das Grundstück einen für hinein und einen für hinaus. Am Ende des Weges der hinein führt entdeckten wir das Klinik-Restaurant. Dort hiess es Zucker auffüllen und Temperatur etwas runterkühlen, sprich ganz profan: Cola trinken. Noch etwas über das Gelände schlendern und ein paar Nops später waren wir wieder draussen. Wir fandens absolut geil, wenn sich vielleicht der eine oder andere von euch fragt warum wir nach Laos fliegen um uns ein Krankenhaus anzusehehn. Darauf sagen wir nur: Siri lesen 🙂

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Als nächstes Stand das Lan Xan Hotel auf dem Programm, wo wir uns eigentlich den traurigen alten Bären ansehen wollten der dort in einem Käfig gehalten wird. Hier gabs grosse Konfusion. Wir wollten per Tuk-Tuk hin da wir keine Ahnung hatten wo das Teil sein soll. Also Tuk-Tuk gechartered und dem nicht-ganz-so-freundlichen-mir-beherzt-ins-Portemonnaie-greifenden Fahrer einen Zettel mit den Worten „Lan Xang Hotel“ hingehalten. „Hä?“. Er fuhr uns dann irgendworhin, dauerte 30 Sekunden und kostete 3 Euro. Wir lassen uns aber in jedem Urlaub mindestens einmal abzocken. Egal. Gute Tat des Tages. Also standen wir vor dem „Lane Xang Hotel“. Kein Käfig weit und breit. Ergo: Dumme Nuss, falsches Hotel. Hinterher denken wir aber, dass es doch das richtige war und nur eben anders geschrieben wird. Naja, leider gibts eben doch kein Bild davon. Schande über uns!

Als letzte Etappen auf Siris Spuren in Vientiane haben wir zumindest die Lan Xang Road/Rue/Avenue, was auch immer – breite Strasse halt – gefunden und sind diese auf so eine Art “Arc de Triomphe“ zugefahren ( mit zwei sehr schicken Leihrädern, davon aber mehr im anderen Blog-Post). Und auch hier kein Lan Xang Hotel in Sicht (was uns zur Vermutung mit dem Lane Xang führt).

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Hinter dem Patouxay-Bogen, an dem wir kurz rasteten, befindet sich etwa einen Kilometer weiter der That Luan Tempel. Dieser ist nicht nur sehr bekannt und ein Wahrzeichen Vientanes, sondern auch der Schauplatz einer gruseligen Geschicht von Dr. Siri. In dieser wird nämlich der verrückte Inder, der immer mal erwähnt wird, aus Versehen lebendig in die renovierte Stupa eingemauert. Die Tempelanlage lud uns mit den pittoresken schattigen Plätzchen und den kontemplativen buddhistischen Blumenarrangements eine Weile zum Verweilen ein.

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Somit ist unsere Siri-Tour was Vientiane betrifft beendet. Wir finden wir waren ganz erfolgreich 🙂

Es grüssen euch,

Siri-Claudi
Sivilay-Bart

P.S. Keine Angst, der Inder wird schliesslich aus der Stup gerettet!
P.P.S. Wir freuen uns über jeden Kommentar aus der Heimat

Danger Seeker & Bier-Moo

So, noch ein kurzer Nachtrag zu unserem ersten Abend. Irgendwie erlebt man hier so viel dass man mit dem Schreiben nicht hinterherkommt. Morgen fahren wir schon nach Vang Vieng weiter und beschreiben hier noch den ersten Abend. Aber, liebe Freunde, habt Vertrauen dass das Universum sich so entwickelt wie es soll!

Nach dem Besuch des Winke-Heinis, aka Grüßaugust, hatten wir Hunger. Bart war schon den ganzen Abend magisch von einem gewissen Herrn Bratfisch mit Lemongrass im Maul angezogen. Also, hin und bestellt. Die Bestellung fiel dann irgendwie etwas opulenter aus als gedacht. Ne … eher als verträglich. Sprich: Die Augen waren grösser als Der Magen.

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Der Fisch war deliziös. Allerdings kam mit dem Fisch auch eine Platte mit Salatvariationen. Laut Kellner wickelt man in ein grosses grünes Blatt ein Stück Fisch und garniert das mit Beilagen (Knofi, Erdnuss, Nudeln, Passionsfrucht, Minze, Sprossen etc.). Und wer schonmal unterwegs war kennt den alten Spruch. „Cook it, peel it or forget it“. Bart war aber in Abenteuerlaune, konnte das Kilo Grünzeug (inkl. eines halben Weisskohls) nicht liegen lassen und mutierte ob dieser Herausforderung zum Danger Seeker. Immer nei mit! Zum Glück blieb dieses Abenteuer ohne Folgen! Ach ja, unseren ersten laoalo haben wir auch getrunken. Lecker Snapsi!

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In dem Restaurant haben wir auch unsere argentinischen Taxi-Sharer wiedergetroffen. Sie sahen irgendwie doppelt so fertig aus wie wir. Aber sie hatten ja auch eine doppelt so weite Anreise. Wir haben Ihnen den Fisch empfohlen, vom Salat abgeraten aber leider keine Provision oder Schutzgeld bekommen.

Auf dem Heimweg haben wir noch den Bier-Moo gegenüber entdeckt. Ein Belgier importiert Bier aus aller Welt und vertickt das zu horrenden Preisen in einem loungigen Ambiente, mitsamt mauliger Teenage-Praktikantin. Wir können die Lokalität jeden Abend von unserer Terasse aus sehen … Laos ist wohl noch nicht bereit für diese Art von Geschäftsmodell. Oder es liegt an der Praktikantin. Who knows.

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Das war unser erster schwitziger, stressiger, kitschiger, alkoholiger aber alles in allem erfüllender erster Abend in Vientiane, Laos. Wir verbschieden uns wie immer mit einem freundlichen „Nop“.

Danger-Bart und Grüß-Claudi

Kitsch am Mekong

Nachdem wir uns etwas erholt hatten wollten wir nun endlich, endlich wie Dr. Siri und sein bester Freund auf einem Baumstamm am Mekong sitzen und uns das erste, eiskalte Beerlao hinter die Binde kippen. Das Bier war schnell gefunden, das gibts hier nämlich an jeder Ecke wie Leitungswasser. Kostet zwischen 90 Cent und €1,20 und, ich nehme es schonmal vorweg, schmeckt ausgezeichnet. Aber erstmal eine ATM gesucht und hoffen und beten, dass zumindest eine unserer Karten funktioniert. Da Bart klugerweise sämtliche PINs seiner Kreditkarten vergessen hat verlassen wir uns komplett auf Claudias VISA Card und Barts Maestro Card. Aber, was soll ich sagen, die Technik macht auch vor Laos nicht halt und bisher haben wir immer mit zumindest einer Karte Bares bekommen. Was wir wie gesagt in (erstmal eine, wir wussten ja nicht wies schmeckt) Beerlao investiert haben.

Runter zum Mekong, und der erste Blick war gleich bombastisch, da Sonnenuntergang.

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Warnung: Wir haben etwa 50 astreine Kitschbilder geschossen, unten haben wir ein paar angehängt. Wer Lust auf mehr hat dem drucken wir gerne eine Fototapete 🙂 Aber vor dem Bier die Arbeit. Bart war noch am Knipsen, plötzlich kommt ein Lao-Teenie-Mädel auf Claudia zu und fängt an sie vollzuquatschen. Bart schon wieder: „Ha, bestimmt so ne Abzocke“, aber weit gefehlt, wir sind hier in Laos. Hier gibts (fast) keine Abzocke sondern einen freundlichen Nop. Das Mädel war von irgendeiner Schule und hatte wohl die Hausaufgabe Touries auf Englisch anzuquatschen und Konversation zu betreiben. Totaaal süüüüüss. Hatte einen Zettel mit vorgefertigten Fragen drauf. „How do you like the food in Laos?“. „How long do you stay in Laos“. Mehr Konversation war leider nicht zu betreiben, aber Hut ab, dazu gehört in dem Alter echt Mut. Wir haben ihr dann aus unserem Berlin-Souvenier-Reservois das wir immer mitführen einen kleinen Bärchen-Anhänger und einen Kühlschrank-Magnet mit Berlin-Motiven geschenkt. „Ahhh, I like, I like, I like.“ Hätte sich fast nicht mehr eingekriegt. Süüüüüüss. Ist adoptiert. Leider haben wir verpasst ein Bild von ihr zu machen. Ein kleines Video gibts, aber das kann ich wegen der Bandbreite hier nicht hochladen.

Dann runter an den Mekong. Mission fast accomplished. Einen Baumstamm wie Siri haben wir zwar nicht gefunden, dafür eine alte Holztür die in der Pampa rumlag. Also … Tür Richtung Ufer, draufsetzen und den ersten Schluck Bier nach einer laaangen Zeit. War das geil.

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Geiler war aber noch die Szenerie. Je länger der Abend desto schöner (und kitschiger) der Sonnenuntergang. Mal mit Fischern auf dem Wasser, mal ohne. Mit Himmel und Ohne. Mit Bier und ohne. Zum Schluss fing noch eine Band in irgendeiner Kneipe an schnulzige Thai- oder Lao-Songs zu spielen. Das war dann auch für uns zuviel. But now: Let the Kitsch begin!

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 Der weitere Abend verlief dann noch wie folgt. Entlang des Mekong, stromaufwärts, werden hier in Vientiane ab Sonnenuntergang nicht die Bürgersteige hochgeklappt sondern eher ausgefahren. Soll heissen die Uferstrasse entlang der Promenade wird für Kraftfahrzeuge gesperrt und Fussgänger, Radfahrer, Skater, also alle Freizeitaktiven (oder  -aktivisten?) erobern sich den Raum. Das schliesst die allabendlichen zwei Squaredance-TaiChi-Openair-Aerobic Gruppen mit ein. Diese betreiben unweit voneinander in unwesentlich unterschiedlicher Lautstärke und Rhythmus ihre gruppendynamischen Zusammenkünfte. Zwischen beiden gibt es in der Mitte einen Punkt an dem die Kakophonie mitsamt Übersteuerung ihren herrlichen Höhepunkt erreicht. Unweit davon befindet sich Abend für Abend der Nightmarket. Hier gibt es auch Kitsch und Nützliches, einfach nett mal hindurch zu schlendern. Am Ende wartet dann der (von Jochen) sogenannte Grüssaugust. Eine Steinstatue mit waagerecht erhobenem, grüssendem Arm. Allerdings lassen seine lustigen steinernen Kasperschuhe mit hochgebogener Spitze keine Assoziation zu auch wenn sie noch so naheligend ist.

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Von dort haben wir unser Hotel gesucht und gefunden. Wir haben dann den Abend noch ruhig ausklingen lassen. Am nächsten Tag hiess es ja erstmal: Dr. Siri auf der Spur. Und auch da waren wir höchst erfolgreich. Aber davon erzählt euch ein anderer Post.

Es grüssen euch alle herzliche,

Schnulzen-Bart und Schmalz-Claudi

Ein Gruss aus der Heimat in Form eines kurzen Comments freut uns wie immer sehr. Support your local traveller!

How many Friendship Bridges …

must a man walk down before he arrives in Laos. Ich frage mich ernsthaft wie viele Friendship Bridges es auf der Welt gibt. Wir haben jedenfalls unsere 2. überquert. Vielleicht wäre es ja eine reizvolle Üerlegung alle Friendship Bridges der Welt zu überschreiten. Aber der Reihe nach.

Nachdem wir einigemassen ausgeschlafen in Nong Khai angekommen sind war der Übergang nach Laos eigentlich relativ einfach.

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Erstmal in Thailand „auschecken“ und ein Ticket nach Thanaleng kaufen. Easy.

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Das Einsteigen in den Zug war schon wieder etwas schwieriger da bis auf eine alle Türen plötzlich ausser Funktion waren. Ich wollte noch einem netten Beamten helfen die Dinger mit roher Gewalt aufzumachen, aber erfolgloss. Er wusste auch nicht was los war. „Hä, what happened?“. How should I know? Aber auch dafür gabs eine Lösung und wir konnten die Fahrt, die nur etwa 30 Minuten dauerte, ganz entspannt beginnen.

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Und da sag mal einer es ist nicht möglich mit kleinen Kindern zu reisen. Im Zug waren zwei Pärchen mit Kindern, die sich auch gegenseitig gut verstaden haben. Die einen waren Russen, die anderen Mixti-Masli, ich glaube Thai und UK. Alles in allem eine illustre Reisegesellschaft.

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Die Fahrt im schönen Sonnenschein war dann auch super entspannt.

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Und als wir über die Brücke fuhren erhaschten wir den allerersten Blick auf den Mekong. Den ersten. Darauf hatte ich so lange gewartet. Und in Helsinki gefroren. Und auf dem Flug gelitten. Was für ein Moment!

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Und total seltsam die Bahnschienen waren mitten im Asphalt verlegt, so sah es aus als würden wir auf der Straße die Brücke überqueren.

Dann Thanaleng, und wieder ein kleiner Moment des Bangens. Die üblichen Einreiseformulare ausfüllen, Geld rüberwachsen lassen und das gestempelte Visum wieder bekommen. Easy. Hm. Zuerst hat Claudi ihren Pass reingereicht. Dann ich. Nach uns noch zwei. Was kommt aus dem Fenster raus? Mein Pass. Dann die beiden anderen. Dann erstmal nichts. Und ich schon wieder total in Panik … Minuten verstreichen … nüschte. Müssen wir jetzt wirklich hier umkehren? Nach all de Strapazen? Aber dann der finale Moment. Fensterchen geht auf, Claudias Pass kommt raus. And off we go. Wir haben uns einen Mini-Van mit einem Pärchen aus Argentinien geteilt der uns dann direkt nach Vientiane gebracht hat. Endlich hier! Und erstmal ein einem kleinen, sehr lauschigen und höchst pittoresken Cafe was Essen und etwas zuckerwasser zur Stärkung.

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Als nächstes die Suche nach der Unterkunft. Die Francoise Road mit sehr vielen Guest Houses war uns dann doch zu „Backpackerig“. Viele Unterkünfte, aber Preis/Leistung irgendwie hmmm. Aber was ist es was wir suchen? Wissen wir auch nicht, einfach weiter schauen. Weiterschauen bedeutet aber auch weiter latschen und das mit vollem Marschgepäck, in der Mittagshitze, schööön! Und an jeder potentiellen Unterkunft die gleiche quälende Frage: “Nehmen wir dies? Weiss nicht lass mal ein Zimmer ansehen. Puh echt?“ Na dann eben weiter eiern. Und manchmal übernimmt das Universum dann die Regie. Wir suchten und fanden eine nette Seitenstraße mit einem netten kleinen ruhigen Guesthouse. Leider closed for Renovation! Aber dann kommt die Besitzerin raus, sagt uns es wird noch 2 Monate dauern bis man hier übernachten kann allerdings hätte sie auch noch was anderes. Das Siri, nicht weit von hier, direkt gegenüber vom Tempel. Das Siri! Na wenn das kein Wink ist… . Wir also schnurstraks auf den Tempel zu, das Siri suchend und: tja, kein Siri weit und breit. Mann, das ist echt ermüdend, geh mal da und da hin, dann geht man in die Richtung und nix is da. Hier sind Richtungen und Distanzen anders. Ok, nach einigem hin und her haben wir es gefunden und nicht wirklich gemocht. Zu laut, zu klein, zu dunkel. Aber es gibt noch das Siri – übrigens Syri daher auch die Konfusion – also das Syri 1. Das sei viel ruhiger, netter, etc. hier wäre das Syri 2. Also, ein letztes mal aufgerafft und hingschleppt. Und ja wirklich hier ist nett, Zimmer sauber und Preis ist gut, alles fein. Nur Bart war von oben bis unten durchgeschwitzt.

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Eingezogen ersteinmal duschen und wir sind, nein Claudi ist, immernoch, soooo müüüde. Bart auch, aber er versucht sein Bestes die Augen offen zu halten.

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Dann der erste abend am Mekong … im nächsten Post!

Es grüssen euch aus dem heissen Vientianne,

Marschgepäck-Claudi und Schwitze-Bart

Wohlsein! (Oslo – Laos, Pt. 2)

Und damit noch ein Zitat aus Dr. Siri. Und wie immer schliesse ich auch meinem Vorredner an. Der Flughafen Oslo ist kein Vergleich zu Helsinki. Zudem hier ein Zitat des Vorredners:“Auch witzig der Name des Blog ist laos2014 und die Beiträge drehen sich um Helsinki, Minusgrade, Schnee, Oslo…“ An dieser Stelle möchte ich amerken, wie glücklich wir uns schätzen können, noch den Norwegian-Flug bekommen zu haben. Auch wenn ich sagen muss es nervte mich ebenfalls, sogar um einen Becher Wasser ‚zu betteln‘. Und ich fand auch die Geräumigkeit enttäuschend – für einen Dreamliner zumindest. Ausserdem gab es kein Bookworm-Spiel! Unsere Decken (von Air France) hatten  wir sowieso selbst dabei 😉 Ja, Finnair war tatsächlich viel gastfreundlicher. Wir werden sehen ob sich das auf unserer Heimreise bestätigen lässt. Der Unterschied der Crew hätte jedoch stärker nicht sein können. Norwegian Dreamliner: Bordpersonal definitiv U30 allesamt wie aus dem Manga-Comic entsprungen. Finnair Bordpersonal: gestandene Erwachsene, Ü35 mit nordischen Charme. Unsere Flugbegleiterin von dem Finnair-Flug macht übrigens scheinbar auch Urlaub hier in Asien. Sie stand am Einwanderungsschalter in Bangkok direkt vor uns in der Schlange. So, damit waren dann auch der lange Flug und die lange Wartezeit überstanden, auf zu neuen Abenteuern.

Bangkok, vom Flughafen in die Stadt mit dem Bus: Ich fands total spannend! Ja, klar anstrengend wenn man die Sprache nicht lesen kann und alles fragen muss, aber dann auch mit der Antwort nichts anfangen kann weil man sie nicht versteht. Trotzdem, wie aufregend im ‚Stadtbus‘ in das Zentrum juckeln, mit null anderen ‚Weissbroten‘. Allein der Anblick der Fahrkartenkontrolleurin, wie sie mit einer Art metallenen Regenmacher sowohl Geld verwaltet als auch die  Fahrkarten ausgibt, in einer Art Ballett mit Fingern.

Endlich den Bahnhof erreicht gab es alles was das Reiseherz begehrt: erst Gepäckaufbewahrung, nicht ganz billig und nicht so sehr freundlich aber egal hauptsache aufbewahrt, bis 19:00. Eine Dusche für 20Baht = 50cent, relativ sauber sogar für so einen Durchgangsbahnhof, mach sofort gute Laune! Auch wenn beim Duschen ein MAusegrosses Insekt einmal quer durchs Separee flitzt. Ich hab keine Details erkannt, hatte ja keine Brille auf und Wasser in den Augen, villeicht besser so. Danach Essen, wie schon vom Reisebart beschrieben super lecker, auch nur 1 Euro und in einer netten – tja was war das, Seitenstrasse wär zuviel gesagt, Hauseinfahrt zu wenig – naja, man kann es sich vorstellen ein Zwischending eben. Auf Plastik-Hockern von einer netten Thailänderin mit AC-DC back in black Tshirt serviert. Und wenn der Bauch dann so schön voll ist, müüüüde! Tja wohin legen? Die Bänke am Fluss waren alle schon belegt. Dann kam diese Idee mit dem Park.

Auf dem Plan sah der Park so nah aus und in Nepal hatten wir mit dem Garden of Dreams so gute Erfahrungen gemacht. Also ab in Richtung Park laufen, hinlegen, Siesta und alles ist gut. Wir liefen, und liefen, und liefen und liefen. Und wurden schliesslich vom Tuk-Tuk am Osteingang abgesetzt. Das heisst ich nehme an es war der Osteingang, denn nicht nur die Beschriftung in unserer Karte war merkwürdig sondern auch die Proportionen also warum nicht auch noch die Himmelsrichtungen durchmischen? Das gibt bestimmt einen Heidenspass! Dort angekommen war der Boden überall soo matschig, an hinlegen nicht zu denken. Schöne Liegen oder ähnliches gab es nicht. Am Ende haben wir dann in der Konzertmuschel auf den Stufen einen Platz gefunden an dem wir ein wenig ausgeruht haben.

Wir wollten eben den Park verlassen, da wurde aus dem Geniesel, das begleitet von Donnergrollen die ganze Zeit schon über dem Park hing, ein hübscher, heftiger, tropischer Regenguss. Zum Glück hatten wir eben beschlossen noch schnell die örtlichen Ver- und Endsorgungseinrichtungen aufzusuchen. Unter dessen Dach suchten in der Zwischenzeit mehr und mehr Läufer Schutz irgendwann hatte ich den Eindruck es müsse eine Laufveranstaltung stattfinden aber es waren wohl doch nur die üblichen Sonntagsatlethen auf ihrer gewohneten Runde. Recht viele Europäer übrigens, die alle wirkten als betrieben sie auch Feierabendsport hier mit all den asiatischen Kollegen. Wer würde auch zum joggen extra nach Bangkok fliegen?

Ja, dann der Weg zurück, ich muss zugeben die bartsche Orientierungseinheit wird besser durch Benutzung. Ich war kurz planlos und Jochen hat intuitiv die richtige Richtung gewählt, ich weiss garnicht was er hat, geht doch! Der Rückweg war mit Zusatz-Schwierigkeitsgrad: schlüpfrige Gehwegplatten, gepaart mit Wegverlängerung durch Ausgang-am-anderen-Ende-Verwendung. Puh die Flunken waren danach platt! Da half auch die leckere Suppe in der netten kantinenartigen  Gastronomieeinrichtung nicht viel.

Zumindest hat die Suppe eine Weile von den Füssen abgelenkt. Die war nämlich sehr interessant. Sie bestand aus einer extrem schmackhaften Brühe mit Spinat, Sprossen und Pilzen. Die grossen Pilze machen sich sicher auch gut als Ersatzschnitzel. Sowohl von der Textur als auch vom Sättigungseffekt. Die kleinen waren keine halluzinogenen Pilze obwohl sie sehr stark so aussahen, die Pilze die man in dunkelbraun bis schwarz bei uns in jedem chinesischen Gericht findet, waren hier gleicher Geschmack, gleiche Konsistenz aber waren hell, wie gebleicht. Und dann gab es noch gelbe Dinger. Kaukonsistenz wie Linsen, Form wie Kapern ohne Höcker und etwas grösser und ein ganz leichter eigenartiger Geschmack. Ich glaube es waren etweder auch Pilze oder wie Kapern, so Blumenknospen – wer weiss?! Ich fand sie gut, Jochen fand sie doof.

Zurück zum Bahnhof um halb sieben hab ich Jochen vorgeschickt, um rechtzeitig um 19:00 das Gepäck abzuholen. Ich bin langsam hinterher gehumpelt. Auf Gleis 5 stand dann bereits der Zug bereit. Im richtigen Waggon, am richtigen Sitz angekommen Hat Jochen dann den Zugbegleiter bei der Sitzplätze-In-Liegeflächen-Umwandlung gefilmt um zu dokumentieren wie schnell der Vorgang des klapp hoch, klapp runter, Matratze ausrollen, Bett beziehen, Liegewagen fertig, abläuft. Der war sehr stolz auf seine Choreographie und das mit Recht. Daher hat er sich auch zu gern dabei filmen lassen (ich hätte mich nicht einmal getraut zu fragen).

Ich werde jetzt die erste Nacht auf laotischem Boden schlafen, bin sehr müde, Jochen pennt schon. Morgen gibt es neue Berichte und dann wirklich den Teil der Einreise nach und unserem ersten Tag in Laos.

Gute Nacht und Viel Glück

Heiss heute was? Verdammt heiss! (Oslo – Laos, pt. 1)

Mit diesem Klassiker aus den Dr. Siri-Büchern, die uns erst hierhier nach Laos geführt haben, begrüsse ich euch alle aus dem wirklich heissen und wundervollen Laos. Genauer gesagt aus Vientiane. Und noch genauer aus Syri Guesthouse 1 – Ja, der Name Siri ist auf unserer Reise Programm! Was für ein Trip hierher. Das war bisher das Anstrengendste was ich je auf Reisen gemacht habe. Aber der Reihe nach.

Nachdem wir uns um 03:30 aus dem Bett in Helsinki gequält und einen kurzen Flug nach Oslo hinter uns gebracht haben waren erstmal 7 Stunden Aufenthalt angesagt. Den Flughafen in Oslo kann ich wie gesagt nicht empfehlen. Aber das schrub ich ja schon. Dann 11 Stunden Flug nach Bangkok. Es war zwar ein Dreamliner, aber die Fluggesellschaft war Norwegian Air. Kann ich auch nicht empfehlen. Das war der erste längere Flug bei dem man für fast alles die Kreditkarte zücken musste. Ja, Wasser gabs natürlich kostenlos, aber für Decke, Kissen oder sonstige Selbstverständlichkeiten hiess es: Yes, you can have, we only acceppt credit card. Fuck you! Sorry, aber das war schon fast Abzocke. Also Leute – tut euch Norwegian nur an wenn ihr keine Alternativen habt.

Vor uns sassen ein paar anstrengende Deutsche (wie solls auch anders sein) und nervten mit diversen Dingen … muss ich nicht weiter ausführen, sah mir aber so aus als ob sie das erste Mal Langstrecke fliegen und einfach keine Manieren hatten.

Schlafen konnten wir wenig und das Entertainment-Programm war eher mau. So kamen wir nach dem Flug vollkommen im Eimer in Bangkok an und mussten noch die Zeit bis zu unserem Zug überbrücken. Ankunft: 07:00. Zug: 20:00. Horror pur.

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Bis dahin wars aber ein langer Weg … erstmal mussten wir den Bahnhof finden und hoffen überhaupt ein Ticket zu bekommen. Claudia hat sich nach einer klein wenig heftige Debatte (wie gesagt, wir waren beide im Eimer) durchgesetzt und wir nahmen den Bus in die Stadt. Soweit war alles ok, wir fanden Bus, auch der Anschluss-Bus mitten in der Stadt war kein Problem, wenn auch geknallt voll. Bei so einer Packdichte mit Backpack und Reiserucksack in der Menschentraube zu stehen – kein Spass.

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Am Bahnhof angekommen konnten wir alle Versuche uns in Tourie-Fallen zu locken (1500 Bhat für den Zug, ne, schon klar …) umschiffen und waren nach kurzer Zeit stolzer Besitzer eines Stinknormalen Zugtickets. Kostet übrigens ca. 780 Bhat, Second Class Sleeper, nur so am Rande.

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Aber wie nun die Zeit totschlagen? Wir mussten uns irgendwo hinlegen. Wir mussten einfach. Aber erstmal am Strassenstand sauleckere Nudeln mit Gemüse gespachtelt. Und Zuckkerreserven über Cola auffüllen.

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Dann gings wieder etwas besser. Nur: was nun? Auf der City-Map haben wir einen kleinen Park entdeckt, der, Achtung Hendrik, den schönen Namen Lumpini-Park trägt. Sah auf der Karte ganz nah aus. Nach ca. 2 km und Blasen an Claudias Füssen entschlossen wir doch ein Tuk-Tuk zu nehmen. Nur hatte der Fahrer keinen Plan wohin er fahren sollte. Also lustig durch alle möglichen Gässchen und Strässchen gekurvt. Irgendwann waren wir dann doch da und konnten uns endlich etwas ablegen. So muss das Paradies aussehen!

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Dann: Wolkenbruch – Warten bis es aufhört zu regnen.

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Wie kommen wir wieder zurück? Laufen? Eher nein. Aber hier fahren keine Tuk-Tuks ab. Also … Beine in die Hand und von planlosen Bangkokern hierhin und dorthin geschickt werden. Danke Bartscher Orientierung (hätte nie gedacht dass ich das mal schreiben werde) dann doch die richtige Richtung gefunde, vom Tuk-Tuk Fahrer nochmal ganz, ganz klassisch übers Ohr gehauen worden (Schande über uns), aber wir waren dann doch rechtzeitig dort. Und konnten vorher noch eine lecker Suppe schlürfen. Der Zug war dann wie erwartet. 2nd class sleeper, sieht wohl in jedem Land in etwa gleich aus.

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Leider war wieder die AC an so dass wir nachts richtiggehen geschlottert haben. Ich zumindest, Claudia ist bei sowas ja durchgehend besser vorbereitet als ich und hatte mehrere Lagen Decken und Zeug dabei. Die Toiletten war auch wie erwartet, aber ok. Im Lhasa-Train wars schlimmer finde ich (gut, der war aber auch 48h unterwegs, wir nur etwa 10).

Vor dem Ablegen nochmal ins Bordrestaurant. Dort konnte man rauchen und es lief Mucke, so dass sowohl Claudia als auch ich eine Träne im Knopfloch hatten als der Zug losratterte. Das Gefühl werde ich nicht mehr vergessen. Riesen-Lob an das Bordrestaurant. Erschwingliche Preise und ganz im Ernst, einfach nur saulecker. Abends wieder Reis, Gemüse mit Beilagen, am nächsten Morgen Reissuppe mit Chicken, Früchte und … hach … Kaffee!

Soviel zum ersten Teil. Stay tuned for part 2 – Über die Friendship Bridge nach Laos.

Reisebart und Sleeping Claudia.

P.S. Ein paar Grüsse nach Laos? Claudia und ich sind je nach WiFi-Verfügbarkeit aus Sendung und freuen uns über jeden Kommentar.

Zwischen Thailand und Laos – WiFi in weird places

Wir haben es fast geschafft! Nach einem Tag in Bangkog an dem wir kaum die Augen aufhalten konnten, dafür aber sehr leckeren Street Food gegessen haben sitzen wir jetzt in Nong Khai am Bahnhof. Wir haben soeben offiziell Thailand verlassen und können unseren Shuttle Train nach Thanaleng in Laos schon sehen. Bilder gibts demnächst. Zug hat grade den Motor angeworfen … wir fahren jetzt. Laos, wir kommen. Finally! Yeah!

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