Letzter Tag Vientiane. Wir lassens etwas langsamer angehen und gehen erstmal was essen. Hab ich schon erwähnt dass das Essen hier fantastisch ist und man quasi die ganze Reise in Restaurants, Garküchen und Streetfood-Läden verbringen könnte? Wir entscheiden uns wieder für das Banlao, wo wir am Ankunftstag waren. Erstens weils dort saulecker war und zweitens … äh … wie gekommen so gegangen. Oder so ähnlich. Es war wieder klasse („This dish only in Laos!“) und die Besitzerin saufreundlich. Wer mal in Vientiane sein sollte: Klare Empfehlung.
Nun wollen wir weiter nach Vang Vieng.Tja, Vang Vieng. Zunächst wollte Jochen hin und Claudi nicht. Beides aufgrund von Dokumentar-Filmen im Internet. Die schönen zeigen die unglaubliche Landschaft. Die anderen zeigen die wilden Horden grölender, betrunkener Feierteens und -twens. (und -thirties). Eine schwere Entscheidung aber am Ende doch klar. Keiner von uns will inmitten von respektlosen Fereng (Wort für Ausländer?) massentouristische Ballermann-Szenen erleben und sei die Landschaft auch noch so schön. Dann wollte Claudi Hin und Jochen nicht. Denn pro: es liegt sowieso auf dem Weg nach Luang Prabang und man kann prima die Reise in zwei Hälften Teilen. Andererseits, contra: wir haben sowieso so wenig Zeit übrig. Lieber gleich durchfahren und die Tage im Norden nutzen. Letztlich hat jedoch die Neugier und die Weisheit gesiegt. Wann kommt man schon wieder hier hin? Welchen Sinn macht es etwas auszulassen was sich sowieso anbietet? Und wer will schon 10 Stunden am Stück im Bus sitzen? Gut, Vang Vieng wir kommen. Dorthin bringt uns ein Mini-Van. Der fährt ganz früh und einer fährt auch 13:30. Den nehmen wir. Als wir am Siri (Syri) abgeholt werden entsteht gerade der vorherige Blog-Post. Schnell Laptop zu und auf zum Wagen. Doch was sehen meine Augen da? 5 (gefühlte 25) alkoholisierte, laute, halbnackte Australier / Engländer. Örks na das wird bestimmt ein Spaß! Wir steigen vom Lasten-Tuk-Tuk in den Mini-Van, weitere Backpacker gesellen sich zu unserer munteren Gruppe. Mini-Van voll, die Jungs vor uns auch und los geht es.
Zum Glück dauert diese Fahrt ja nur halb solang. Kaum sind wir bis zum Stadtrand gekommen, wird der Fahrer schon gebeten anzuhalten. Jemand muss sich erleichtern. Doch was ist das? Es ist wiedererwarten keiner der Muckibude-Eiweissshake-Eisenfresser-Gröleheinis. Ein Asiate, Japaner? Er kann das Geschaukel nicht gut ab und ihm ist schlecht. Das erste Mal übergibt er sich kurz nach der Stadtgrenze. Eine halbe Stunde später nochmal. Und wir sind noch nicht einmal in den Bergen wo die Strassen laut Beschreibeung eng, windy und bumpy werden. Ein paar Mal halten wir ihm zuliebe noch an, inklusive kurzer echter Pause auf halber Strecke. Lustig ist die Tatsache, dass je länger die Reise dauert, desto leiser werden die Protzer und desto lauter (und lustiger) geht es vorne beim Fahrer zu. In den Bergen, die wirklich windy, aber auszuhalten sind, bekommen wir den ersten Blick auf die Karstberge die uns erwarten. Vorfreude pur! Zuletzt bleibt zu sagen, die Fahrt war sehr schaukelig, holperig, bumpy aber landschftlich echt super.
Bei der Ankunft hat Jochen zum Glück mitbekommen wo die Party-People ihr Lager aufzuschlagen gedenken (Pan’s Place). Wir entschieden uns kurzerhand für eine Herberge ganz am anderen Ende der Gegend. Auf unsere Frage ob die Richtung (wir deuteten nach Osten) richtig wäre und ob man laufen könne, wenn das Ziel Campa Lao wäre, erhielten wir zur Bestätigung ein freundliches heftiges Nicken. Es war allerdings sowieso kein Tuk-Tuk in der Nähe und so schulterten wir das Marschgepäck und wackelten los in die angegebene Richtung. Aus reiner Intuition hielten wir das (scheinbar einzige) Tuk-Tuk an, dass offenbar wieder zurück gefahren kam und liessen uns zu besagter Herberge fahren. Natürlich war es sehr sehr weit – man hätte laufen können aber wäre erst lange Zeit später angekommen – und nicht ganz in der angegebenen Richtung – ein kleiner aber wichtiger Schlenker Richtung Fluss runter war unabdingbar. Wir lernen es wohl nur sehr mühsam, nur weil die Antwort freundlich und bestimmt ist, muss sie eben doch nicht unbedingt richtig sein. Am Ziel angekommen dämmerte es gerade. Wir waren uns sofort einig: das Etablissement ist das Plätzchen unserer Wahl. Schnell ankommen, auspacken und los, essen suchen.
Die Strasse parallel zum Fluss entlang schlendernd sahen wir uns diverse Speisekarten der Restaurants (eines neben dem anderen) an um festzustellen, dass überall der gleich Kram (Pizza, Burger, Pasta,etc.) angeboten wird. Fisch, gedämpft oder gegrillt fanden wir erst am Ende der Straße, ganz hinten in der Karte. Vorbei an unzähligen Kaschemmen mit lauter Musik und Fernseher auf dem in Endlosschleife die einschlägigen englischsprachigen Vorabendserien dargeboten wurden. Pro Season ein Laden – so kam es uns vor… Örks, wo sind wir da hingeraten?
Das Restaurant unserer Wahl hatte keinen Fernseher. Hier lief zwar Elektromusik aber das änderte sich im Laufe des Abends. Als das sauleckere Essen kam schwenkte der Stil über zu Klassikern aus unserer Jugend 🙂 Derart begleitet liessen wir uns den Fisch und je ein Beerlao schmecken.
Anschliessend haben wir noch einen kurzen Verdauungsspaziergang über die Brücke am Quai, äh Nam Song gemacht um uns dann satt und zufrieden mit einem Beerlao-to-go in Richtung Heia zu begeben.
Aber an Heia war nicht zu denken. Nein nicht wegen feiernder Horden, es war einfach zu einladend sich im schönen Innenhof auf ein weiteres Beerlao in der Hängematte noch ein wenig das laue Abendlüftchen um die Nase wehen zu lassen. Und wo einer sitzt, da sitzen auch zwei und dann dauert es nicht lang werden es drei. Das Zimmer neben der Hängematte hinten links gehört J. aus den Niederlanden. Und da saßen wir nun und plauschten. Und wer wissen will wie der unternehmungslustige J. unseren Tagesablauf bereichert, der lese gerne den nächsten Artikel.
Gruß, Pass-Claudi
P.S. der Pass ist in diesem Moment mit dem Pass von Jochen im blauen Rucksack.
und Social-Jochen
P.P.S. Hier noch ein Bild wie dieser Post im lauschigen Hinterhof des Campa Lao entstand.










