Neuer Tag, neue Mission. Eigentlich wollten wir auf die Suche nach einem Motorradverleih gehen (mehr zu dieser Odysee im nächsten Artikel). Dann kamen wir aber auch schon an der ersten Siri-relevanten Stelle vorbei und beschlossen erstmal das zu erledigen. Wer die Bücher über Dr. Siri nicht kennt wird mit dem Post hier wohl wenig anfangen können, aber er muss sein, denn Dr. Siri hat uns ja überhaupt erst nach Laos gebracht.
Aber man darf ja nicht ungestärkt auf eine heikle Mission gehen, daher sind wir erstmal in eine Nudelküche direkt vor unserem Guesthouse gewackelt. So eine wo sich kein Tourist reinverirrt. Unsere Frage nach einer vegetarischen Suppe war dann auch eher für den Popo. Der freundliche Herr bemühte sich zwar redlich, aber ausser „Beef – Chicken – Fish“ war da nicht viel. Also, egal, einmal Fish, einmal Chicken. Mal wieder saulecker. Wir entschuldigen schonmal die vielen Essens-Bilder, aber wenn man hier eines kann, dann Essen. Immer und überall. Neben uns sassen vier Mädels in Schuluniform die die ganze Zeit wild gekichert haben. Pubertät ist wohl irgendwie in jedem Land gleich. Ob sie wegen uns gekichert haben konnten wir nicht feststellen, möglich wärs aber durchaus. Bezahlen war wie immer problematisch. Für mich sehen alle Scheine gleich aus. Zu allem Überfluss sind die arabischen Ziffern bei jedem Schein irgendwo anders aufgedruckt.
Gut gestärkt gings also los. Als erstes fanden wir die Fountain, also den Brunnen an dem in den 70er Jahren zwei Menschen ihren Tod fanden. Einer flog aus dem Fenster weil er versuchte den Kasten mit den königlichen Puppen zu öffnen. Der andere war zur falschen Zeit am falschen Ort und wurde vom Fenster-Flieger erschlagen. Tragisch! Der Brunnen ist leider tagsüber nicht an.
Dann ein kleines Päuschen im wirklich sehr schönen, äh … äh … Park dessen Namen ich grade nicht parat habe, der aber ganz sicher auf einem Video dokumentiert ist, da er in riesigen Buchsbaumlettern an der Böschung prangt.
Im weiteren Verlauf unseres Marsches stolperten wir dann buchstäblich über die berühmte Mahosot-Klinik. Der Ursprung des Protagonisten Dr. Siri. Denn hier an der Mahosot-Klinik befindet sich die Pathologie. Im hier und jetzt ist allerdings keine Spur einer Pathologie zu finden. Wahrscheinlich ist jedoch nur ausgeschildert was Menschen auch als Hinweis benötigen. Tote fragen selten nach dem Weg. Zuerst haben wir uns nicht getraut das Gelände zu betreten. Nicht zuletzt weil ein nicht ganz einladend blickender Wächter am Eingang die Zufahrt regelte. In einem kurzen Moment als er beschäftigt war, mit einem Auto und dessen Fahrer und uns dabei den Rücken zukehrte, schlüpften wir unbemerkt (denken wir zumindest) dann doch hinein.
Der Klinik-Komplex ist genau wie man sich soetwas vorstellt, mit verschiedenen Gebäuden für verschiedene Fachrichtungen, umgeben von Blumenbeeten und schattenspendenden Bäumen. Zwei Hauptwege durchziehen das Grundstück einen für hinein und einen für hinaus. Am Ende des Weges der hinein führt entdeckten wir das Klinik-Restaurant. Dort hiess es Zucker auffüllen und Temperatur etwas runterkühlen, sprich ganz profan: Cola trinken. Noch etwas über das Gelände schlendern und ein paar Nops später waren wir wieder draussen. Wir fandens absolut geil, wenn sich vielleicht der eine oder andere von euch fragt warum wir nach Laos fliegen um uns ein Krankenhaus anzusehehn. Darauf sagen wir nur: Siri lesen 🙂
Als nächstes Stand das Lan Xan Hotel auf dem Programm, wo wir uns eigentlich den traurigen alten Bären ansehen wollten der dort in einem Käfig gehalten wird. Hier gabs grosse Konfusion. Wir wollten per Tuk-Tuk hin da wir keine Ahnung hatten wo das Teil sein soll. Also Tuk-Tuk gechartered und dem nicht-ganz-so-freundlichen-mir-beherzt-ins-Portemonnaie-greifenden Fahrer einen Zettel mit den Worten „Lan Xang Hotel“ hingehalten. „Hä?“. Er fuhr uns dann irgendworhin, dauerte 30 Sekunden und kostete 3 Euro. Wir lassen uns aber in jedem Urlaub mindestens einmal abzocken. Egal. Gute Tat des Tages. Also standen wir vor dem „Lane Xang Hotel“. Kein Käfig weit und breit. Ergo: Dumme Nuss, falsches Hotel. Hinterher denken wir aber, dass es doch das richtige war und nur eben anders geschrieben wird. Naja, leider gibts eben doch kein Bild davon. Schande über uns!
Als letzte Etappen auf Siris Spuren in Vientiane haben wir zumindest die Lan Xang Road/Rue/Avenue, was auch immer – breite Strasse halt – gefunden und sind diese auf so eine Art “Arc de Triomphe“ zugefahren ( mit zwei sehr schicken Leihrädern, davon aber mehr im anderen Blog-Post). Und auch hier kein Lan Xang Hotel in Sicht (was uns zur Vermutung mit dem Lane Xang führt).
Hinter dem Patouxay-Bogen, an dem wir kurz rasteten, befindet sich etwa einen Kilometer weiter der That Luan Tempel. Dieser ist nicht nur sehr bekannt und ein Wahrzeichen Vientanes, sondern auch der Schauplatz einer gruseligen Geschicht von Dr. Siri. In dieser wird nämlich der verrückte Inder, der immer mal erwähnt wird, aus Versehen lebendig in die renovierte Stupa eingemauert. Die Tempelanlage lud uns mit den pittoresken schattigen Plätzchen und den kontemplativen buddhistischen Blumenarrangements eine Weile zum Verweilen ein.
Somit ist unsere Siri-Tour was Vientiane betrifft beendet. Wir finden wir waren ganz erfolgreich 🙂
Es grüssen euch,
Siri-Claudi
Sivilay-Bart
P.S. Keine Angst, der Inder wird schliesslich aus der Stup gerettet!
P.P.S. Wir freuen uns über jeden Kommentar aus der Heimat

















































