Linseneintopf asiatisch und die verlorene Hose – Welcome Home

From B 2 B,

from Bangkok to Berlin – das war das Motto unseres allerletzten Tages. Aber lasst euch erzählen (oh … endlich wieder Umlaute auf der Tastatur!):

Zum Abschied wollten wir unseren Gastgebern ein kleines Dankeschön hinterlassen. Aus unseren mitgebrachten Fundus an Berlin Devotionalien haben wir eine schöne Klappkarte gebastelt. Leider gibt es davon kein Bild, lasst euerer Fantasie also freien Lauf und stellt euch uns vor wie wir mit Lupe und akribischer Kleinstarbeit zwei Worte auf laotisch im wahrsten Sinne des Wortes abpinseln. Die Karte kam wohl auch ganz gut an. Kurz nach der Übergabe hörten wir lautes Gekicher – aha, die laotischen Abschiedsgruesse haben sie schonmal entdeckt. Am nächsten Morgen gab es zur Belohnung für diese schöne Hausaufgabe ein Frühstück und ein breites Lächeln unserer „Gastmama“. Dann hiess es Abschied nehmen und mit einer Träne im Knopfloch liessen wir Luang Prabang im Tuk-Tuk hinter uns. Auf zum Flughafen und ab nach Bangkok.

Bart wollte mal wieder ganz schlau sein und hat damit wie immer unfreiwillig für Komik am Security-Check gesorgt. Im Flieger will man es ja bequem haben und zieht dafür die größte Hose an die man dabei hat. Was man leicht vergisst: Der Gürtel muss immer gesondert durch den Scanner. So stand er da, mit einer Hand die Hose festhaltend. Leider piepste der Metalldetektor (es waren die Schuhe) und so hiess es: Bitte mal hier hin stellen und die Arme ausstrecken. Da machte die Hose auch mal Vrumm und wollte sich gänzlich der Schwerkraft ergeben. Ging grade nochmal gut, mit einem beherzten Griff und einem „Sorry, my trousers are a little wide“ konnte das Schlimmste abgwendet werden. Zu allem Überfluss war das ausführende staatliche Organ eine junge Fraue die das Ganze zwar lustig aber auch etwas befremdlich fand. Auch sie hat sich mehrfach entschuldigt. Und Vrooom gemacht.

Es sollte in Bangkok eigentlich nur eine Übernachtung in einem Hotel nahe dem Flughafen mitsamt eines kleinen Abschiedstrunk werden. Dann kamen uns zwei Dinge in die Quere:

  1. In der kleinen Kneipe die wir uns ausgesucht haben hing ein Pantera-Plakat und die Musikauswahl war formidabel
  2. Snapsi gabs nur in Flaschen

Tja, und so nahmen die Dinge ihren Lauf. One night in Bangkok makes the tough guy (and girl) tumble. Eine Flasche Schnaps und eine Lokalrunde später waren wir dann auch soweit den Rückflug verfallen zu lassen und den nächsten Flieger zurück nach Laos zu nehmen.

Die Vernunft siegte dann (leider?) doch und wir schwankten in unsere Betten. Nicht ohne dem netten jungen Barkeeper noch ein fürstliches Trinkgeld zu geben. Der Gute hat sich so gefreut dass Bart schon befürchtet hat statt 2 Euro gleich 20 Euro dagelassen zu haben.

Es kam wie es kommen musste. Als um 5:30 sowohl der Wecker klingelte als auch wenig später der noch in weiser Vorraussicht bestellte Weckruf ertönte waren wir noch ziemlich alkoholisiert. Hilft ja nix – ab zum Flieger. Zum Glück war die Übernachtung mit Shuttle-Service so dass wir in Ruhe unserem Hangover fröhnen konnten.

Und nun, ca. 17 Stunden später sitzen wir also wieder in der Casa Kressin, am eigenen Rechner (mit Umlauten!), mit eigenem Bad und freuen uns dann doch auf das eigene Bett. Um ein wenig der Stimmung herüberzuretten und den leeren Magen zu besänftigen gab es noch kreatives Kochen: Linseneintopf aus der Dose, asiatisch verfeinert und Reis dazu. Leider haben wir keinen sticky rice, also musste es der Basmati tun.

Leider gibt es von keiner der erwähnten Etappen ein Foto. Die Kamera lag nämlich im Hotelzimmer. Wir wollten ja auch nur einen schnellen Absacker trinkten 😉

Und damit schliessen wir die aktuelle Berichterstattung. Wir werden in Kürze noch ein paar Bilder hinzufügen und wohl auch noch den einen oder anderen Artikel einfügen. Und wo es sich anbietet kommt sicher auch noch ein Video dazu.

Wir bedanken uns für euere Aufmerksamkeit und verbleiben mit einem freundlichen Nop und den besten Segnungen des gütigen Buddha!

Sabaidee, Khob chai,

Reise-Bart

Abenteuer-Claudia

P.S. Wo die ganzen Feuerzeuge von Bart abgeblieben sind konnte die nette Sicherheitsbeamtin am Flughafen Helsinki auch endlich klären. 6 Stück davon waren sicher im Handgepäck versteckt 😉

Die letzten Tage – Kochen, Jungle und Vrooom!

Hach,

so, das wird unser letzter Beitrag aus Laos werden. Wir haben hier soviel erlebt dass wir einiges wohl erst zu Hause schreiben koennen. Etwa dass wir hier immer auf dem Neuesten Stand gehalten werden wie die letzten Bundesligaspiele so ausgegangen sind. Fussball regiert  eben doch die Welt 🙂

Gestern haben wir uns endlich Motorraeder geliehen. Naja, es waren Honda Wave 100cc, aber immerhin mit Fusschaltung und vier Gaengen. Das ist schon was! Auf gings Richtung Wasserfall. Wir haben uns fuer eine von zwei Moeglichkeiten entschieden und wenn wir auch nicht wissen wie die andere ausgehesen haette so denken wir doch die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Mit Karacho (oder auch „Vrooom“) donnerten wir erstmal an der Ausfahrt vorbei.

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Naja, Ausfahrt, da nehmen wir den Mund etwas voll, sah eher aus wie eine geschotterte Hofeinfahrt.

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So sind wir erstmal selbst in den Genuss der Serpentinenstrecke zwischen Luang Prabang und Vientianne gekommen. Der Kotzbomber laesst gruessen.

Am Wasserfall angekommen wurden wir erstmal um 40K Kip erleichtert und lernten Englaender kennen deren Kumpel ebenso wie wir die Ausfahrt verfehlt hat. Bis zum Schluss ist er nicht mehr aufgetaucht was schade war da die anderen beiden seine Schuhe hatten.

Der Trekkingpfad (gut gepflastert, aber stark verwachsen) forderte bei dem hiesigen tropischen Klima alles an Kondition, Koordination und Durchhaltevermoegen.

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Trotz Spinnenphobie und Ameisenabscheu haben wir den auf 45 Minutan angesetzten Rundweg in schlappen 2 Stunden bewaeltigt. Das lag aber auch an einer Unmenge von tollen Bildmotiven. Voll schoen! Sehen sie demnaechst: Wasserfaelle 1-300 kombiniert mit Junglepfad 1-1000 (Vrooom!).

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Anschliessend fuhren wir eine grosse Extrarunde wobei Runde wortwoertlich zu nehmen ist. Wir drehten uns einige Male im Kreis. Aber auch hier wieder alles: Voll schoen!

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Auf der Suche nach einem schoenen Platzchen fuer ein Sonneuntergangsbier am Mekong fuhren wir mit einem gepflegten Vrooom erst ueber eine sehr fadenscheinige Bambusbruecke, steile schlammige Wege durch Miniaturdoerfer und kamen dann irgendwie am Luang Prabang Le Grand raus. Vrooom!

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Der Pfoertner salutierte stramm als wir verschlammt und mit ordentlich Vrooom in der Jacke auf dem Parkplatz einritten. Hier goennten wir uns ein formidables Bierlao zum dreifachen Preis, dafuer aber mit toller Aussicht. Voll schoen!

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Heute morgen standen wir mit den Moenchen auf, trabten schnurstracks in die Altstadt, denn wir waren um 08:45 zum Kochkurs verabredet. So frueh ging es los da wir gemeinsam mit dem Chefkoch auf dem Markt einkaufen waren. Wir hoffen dass uns der Zoll nicht allzusehr unter die Lupe nimmt, den wir haben ein paar exostische und seltsame Leckereien im Gepaeck. Vrooom!

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Im Anschluss an den Markt wurden wir zur Kochschule gefahren, was uns direkt am Luang Prabang Le Grand vorbeifuehrte. Voll schoen! Die Lokalitaet war mindestens genauso schoen und dazu noch ausserordentlich erhellend.

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Wir haben viel gelernt, viel gekocht und viel gegessen. Hoffentlich schaffen wir es zuhause etwas von den gelernten kulinarischen Koestlichkeiten nachzukochen.

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Jetzt heisst es fuer uns: Packen und Verabschieden. Heute ist nicht alle Tage, Laos, wir kommen wieder, keine Frage.

Es gruessen euch,

Vrooom-Bart

Voll-schoen-Claudi

P.S. Wir haengen noch einen Tag in Bangkok rum und melden uns wieder nach dem 12.

Grey Squirrel enttarnt!

Liebe Freunde,

wir haben ihn! Jetzt wissen wir endlich warum immer jeder Host unserer Guesthouses genau weiss wann wir wo sind und wo wir was einkaufen. Bisher ein Raetsel, heute geloest:

Schueeeeel! Es ist Schueeel! Genau, der Typ aus Vientianne mit den Motorraedern dessen Adresse wir verzweifelt einen Tag lang wie verrueckt gesucht haben. Aber seine Tarnung hat ein Ende. Heute morgen steht ein NFO (Non-identified fahring object) bei uns in der Einfahrt. Zwei Raeder und definitiv hier unuebliche 500 Kubikzentimeter. Und waehrend wir uns das Moped so anschauen, wer kommt umme Ecke? Richtig! Schueeeel!

Bart hat ihn erst nicht erkannt, aber Claudia wie aus der Pistole geschossen: „Hey, are you not Schueeel from Vientianne?“ Oh, da war der Schueeel aber kurz ganz schoen konsterniert. Und kaum hat er ein kurzes „Oui“ zwischen den Zaehnen raussgepresst knattert er auch schon von dannen. Irgendwas von einer Reisegruppe brabbelnd. Aber nicht mit uns, Schueeel! Wir wissen ….

Heute hatten wir tropischen Regenguss. Der uns wieder bis auf die Knochen durchnaesst hat.

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An dieser Stelle nochwas zur Old Bridge. Die muessen wir immer ueberqueren um in die Altstadt zu gelangen. But caution: Slippery when wet. Die Bruecke ist naemlich wirklich alt. Und man braucht hier auch nicht nach dem TUEV fragen. Die Konstruktion ist zwar aus Stahl, aber der Belag ist aus Holzbohlen. Manche davon lose, manche nicht mehr vorhanden. Old Bridge eben. Besonderen Spass macht das nachts und bei Regen.

Essen ist wie immer … ihr wisst ja. Do not eat where the tourists eat, dann kann nix schiefgehen.

Mittags, direkt nach dem tropischen Regenguss dann endlich die Bootsfahrt auf dem Mekong. Die Sonne schien uns heute aus dem …. 10 Minuten bevor es losging hoerte der Regenguss auf und die Sonne kam raus. Lucky us. Zunaechst wurden wir zu einer monstroesen Villa kutschiert an deren Ufern das Boot wartete. Und zwar nur auf uns.

Nur in Begleitung unseres Skippers schipperten wir flussaufwaerts Richtung Whiskey Village.

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Eine kitschige Flussbiegung nach der anderen.

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Whiskey wurde verkostet und fuer gut befunden. Dann gings weiter zur Buddha-Hoehle, in der angeblich mehr als 1000 Buddha-Statuen stehen. Wir haben alle gezaehlt und koennen sagen: Es sind nur 999.

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Voll die Verarsche! Geld gabs dennoch nicht zurueck. Schoen war es aber trotzdem.

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Auf dem Rueckweg zeigte sich Petrus gnaedig und der Mekong von seiner schoensten Seite. 999 weitere kitschige Bilder vom Fluss spaeter hing uns der Magen bis auf die Planken.

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Und unser Gefaehrt spuckte uns an der Faehranlegestelle wieder an Land. Wir plumpsten vom Steg direkt ins naechste Lokal in dem uns wieder niemand verstand. Wir liessen uns beraten und nach ein paar „No, its finished“ brachte er was noch uebrig war. Und das war … na, ihr wisst schon.

Jetzt gibts noch lecker Beerlao und lecker Heiabett.

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Morgen haben wir noch nichts konkretes vor. Schreibt uns doch einfach in einem Kommentar was wir machen sollen und wir versprechen was ganz anderes zu tun.

Backbord-Bart

Steuerbord-Claudia

Humans also temporarily unavailable

Zum ersten Mal auf unserer Reise regnete es heute den ganzen Tag. Das haben wir genutzt um unseren  bereits geplanten Gammeltag in die Tat umzusetzen.  Was uns perfekt in den Kram passte, denn die Koepfe sind voll und die Beine schwer. Information overload!

Die Nacht gestern war sehr spannend: Neben Hahnenkampf am fruehen morgen gibt es hier auch Katzenkampf mitten in der Nacht. Trotzt der guten Hansaplast Ohrenstoepsel war deutlich zu hoeren: Hier fliesst Blut! Wir nehmen an der Kampf war direkt unter unserem Zimmer, da es sich um ein klassisches laotisches Stelzenhaus handelt. Was ist ein Haus schon ohne Stelzen (Zitat Dr. Siri).

Nach kurzer Zigarette auf der Veranda, lauten und bestimmten Zischlauen unsererseits und einsetzendem Regen war dann erstmal Ruhe.

Spaeter dann zur Fruehstueckszeit haben wir uns laotisches Fingerfood vom Strassenverkaeufer gegoennt. Heute war es mal eine Wurst und eine Art Quarkbaellchen ohne Quark. Schon klar wer von uns was gegessen hat. Gegen die laotische Wurst koennen uebrigens auch die besten fraenkischen Metzger nicht anstinken. Die war einfach nur traumhaft. Das Anti-Quarkbaellchen war interessant, wird aber das Original nie erreichen.

Eingenommen haben wir dieses koestliche Mahl am Ufer des Mekong mit Blick auf den alltaeglichen Faehverkehr zur anderen Seite. Vielleicht werden wir noch in der verblieben Zeit erkunden was auf der anderen Seite des Mekong so zu finden ist.

Dann: Die Augenlider spielen nicht mehr mit. Staendig Halbmast. Die Beine sind schwer und die Ohren grauhaarig. Wir beschliessen taktischen Rueckzug. Auf dem Weg werden wir bestaetigt durch viele in Siestastellung befindliche Laoten. Heiss heute was? Verdammt heiss!

Nach einer ausgiebigen Pause von etwa 3 Stunden weckt uns der Hunger. Hier in Laos koennten wir staendig Essen (falls wir es nicht schon erwaehnt haben). Eat where the locals eat war wieder die Devise und wir wurden nicht enttauscht. Zwar ging die Verstaendigung wieder nur ueber Haende und Fuesse, aber dafuer wurden wir mit koestlichen Speisen belohnt. Food-Porn folgt. Eine delizioese Fischsuppe und ein kulinarisch ueberzeugendes Huehnchengericht spaeter sitzen wir nun wieder im Internetcafe und, haha, schreiben diese Zeilen. Wir haben zwar ueberlegt einen neuen Computer fuer die letzten Tage zu kaufen, haben uns aber schlussendlich fuer die Variante Internetcafe entschieden. Der Wiederverkaufswert eines Laptops in Deutschland sinkt halt doch enorm wenn er nur eine laotische Tastatur hat 😉

Daher ist die Bilderflut natuerlich rapide gesunken. Wenn es moeglich ist versuchen wir Fotos hinzuzufuegen, ansonsten gibts das Update wenn wir wieder daheim sind.

Morgen koennen wir ausschlafen (sofern sich die Katzen einig geworden sind). Geplant ist eine Bootsfahrt zu den Pak Oum Hoehlen. Anschliessend der Besuch eines ominoesen Whiskey-Dorfes und zu guter letzt Sonnenuntergang auf dem Mekong, was auf jeden Fall eine Menge Kitsch verspricht.

Es gruessen euch,

Sleepy-Claudi

Snoring-Bart

503 – Service temporarily not available

Liebe virtuelle Mitreisende,

wir haben das erste Opfer unserer wunderschoenen Reise zu beklagen. Gestern abend, gerade als wir euch mit neuen Informationen versorgen wollten ist unser lieber Freund der Reiselaptop ueber den Mekong gegangen. Und das wo wir grade mal mit dem Bericht des ersten Tag in Vang Vieng angekommen waren. Daher also hier aus dem Internetcafe (ohne Umlaute) eine kurze Statusmeldung. Einen ausfuehrlichen Bericht legen wir nach sobald wir koennen:

Den zweiten Tag in Vang Vieng haben wir uns wieder auf zwei Raedern fortbewegt, diesmal waren es Scooter. Zusammen mit J. ging es erstmal Richtung Wasserfall. Die Strassen waren fuer Asien eigentlich ganz ok. Schlagloecher, Schotter und Staub. Alles wie es sein soll. Erste Etappe war unfreiwillig aber dafuer umso cooler in einem abgelegenen Dorf beim Freundschaftsspiel der hiesigen Dorf-Elf gegen die Altherrenmannschaft Vientianne. Vientianne hat uebrigens gewonnen. Weiter gings zum Wasserfall, ein weiteres erstes Mal fuer Bart der das gleich ueber das Anschauen und Fotografieren hinaus fuer ein Bad nutzte. Naechster Stop war die echte blaue Lagune, die aber, um es mit Rainald Grebe zu sagen, total ueberlaufen war. Aber J. kannte noch eine falsche, genauso schoen aber keine alte Sau da. Herrliches Bad genommen, Wasserbueffel beobachtet, heim, Beerlao, Bett.

Am naechsten Tag haben wir den Kotzbomber nach Phonsavan genommen. 5 Stunden Serpentinen mit einem Fahrer der in schoenster Michael Schumacher Manier wahrscheinlich seinen eigenen Rekord gebrochen hat. Es wurden Plastiktueten verteilt, von denen Bart dachte sie waeren fuer Muell. Aber nein – die Einheimischen an Bord wussten wozu sie waren und haben sie auch ausgiebig genutzt. Eine interessante Erfahrung.

In Phonsavan stiegen wir im Kong Keo ab. Schlicht aber sauber und ruhig und noch dazu guenstig. Perfekt. Betrieben von einem sehr lustigen Laoten der abends am Lagerfeuer in einer alten Bombenummantelung ausgiebeig seinem special tobacco zugetan war. Wir habe uns wieder Raeder geliehen und sind zur Ebene der Tonkruege. Der Name ist totaler Bloedsinn: Erstens sind die Dinger in den Bergen, und zweitens aus Stein. Dennoch klasse Anblick und eine sehr schoene Tour.

Bombenstimmung kam aber in Phonsavan nicht auf. Nach Besichtigung der Steinkruege haben wir das Dokumentationszentrum fuer nicht explodiertes Kriegsmaterial (UXO) besucht und sind sehr nachdenklich und schockiert ueber die Kriegsverbrechen die hier stattfanden. Wer interessiert ist google nach Stichworten wie „Americas Secret War“, „Surviving the peace“, „Harvesting Bombs“ oder einfach „Bombies“ in Zusammenhang mit Laos.

Dann gings weiter nach Luang Prabang, die letzte Station unserer Reise. Der Fahrer war diesmal zivilisiert, dafuer hats auch entsprechend laenger gedauert. Einen Tod muss man sterben. Die Unterkunft hatten wir ja schon in Vang Vieng klar gemacht und sie entspricht allen Erwartungen. Preiswert, grosszuegige Zimmer, schoener Garten, eigene Veranda etc.

Heute frueh haben wir versucht mit Operation am offenen Herzen unseren Laptop zu reanimieren. Operation gelungen – Patient tot 🙁

Der Stadtrundgang hat uns dann aber wieder fuer alles entschaedigt. Eine schoene Flussbiegung nach der naechsten. Macht euch auf 200 Bilder vom Mekong und Nam Khan gefasst! Wirklich die schoenste Stadt bisher. Wenn wir am 12. nicht zurueck sind: Hier haengen ueberall Schilder mit „House for rent/sale“.

Was noch: Wir planen eine Bootstfahrt, wollen mit den Motorraedern wieder einen Wasserfall besuchen und besuchen am Tag vor der Abreise einen Kochkurs inkl. Marktbesuch.

Sorry for no pictures, wir werden alles nachreichen.

Es gruessen,

Hardware-Claudia

Software-Bart

Gadgets am Nam Song (nicht am Ganges)

Nachdem wir uns bei einigen Expressi und Coffe Americano wieder ins Reich der Lebenden gekämpft hatten griffen wir die Idee von J. wieder auf. „Beerlao“. Gesagt, getan. Wir wussten dass er am „Smile Beach“ abhängen wollte und da wir nix andres zu tun hatten: Hinterher. Smile Beach ist nur einige Minuten entfernt, aber vor der grandiosen Aussicht ist erstmal die Hängebrücke zu überqueren. Nach einigen Beerlao nicht mehr ganz so einfach, aber wir sind ja erst auf dem Hinweg.

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Zum Smile Beach ist nicht viel zu sagen. Es gibt dort eine, tja, wie soll man es beschreiben, geniale Aussicht auf den Nam Song, dazu Bier und ein bisschen Musik. Hängematten und ein paar Liegeplätze direkt am Fluss machen das Bild perfekt. Auch hier wieder: Gänsehaut pur. Da wir nicht wissen wie wir es beschreiben sollen hier ein paar Bilder, da ja bekanntlich mehr als tausend Worte sagen.

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Wir waren dort und hatten viel Spass, wie von J. versprochen. Zunächst kann man den Tubing-Touristen zuschauen wie sie, die unmöglichsten Verrenkungen vollführend aus ihren Gummireifen klettern. Und zwar nachdem sie sich bein “Anflug“ eine Weile Verlockungen und Beschimpfungen anhören mussten. Daneben gibt es atembreaubende Sonnenuntergangs-Wolkengebilde. Dazu Deep-Techno. Und Beer-Lao. Und Ufo-Gespräche mit J. It’s a strange world, but I love it.

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Dann kam das  elektronische Spielzeug. Kennt jemand Star-Dings? Nein? Gut, vielleicht heisst es ja auch besser als “Dings“ Also wir sitzen unten am Fluss, einen oder auch zwei Füsse im lauwarmen, glasklaren Flusswasser, sanft mit der Strömung schwingend, und vor den Augen nicht nur den wirklichen Sternenhimmel, Nein! die komplette, virtuelle Abbildung des gesamten uns bekannten Universums! Ich flipp aus! Dieses Spielzeug muss ich haben!

Jochen hingegen fand das Star-Dings ganz nett is aber ob des Devices auf dem Start-Dings läuft voll aus dem Häuschen gewesen. So hat also jeder seine neue Obsession sei es Hard- oder Software.

Genug Tech-Talk für den Moment. Unsere neue Obsession ist Vang Vieng und das Land drumherum. Ballonfahren müssen wir auch noch. Das kostet hier nur … äh, wir sind uns grade nicht einig.  Bedeutend billiger als in DE jedenfalls. Und wir denken: Eine deutlich bessere Aussicht.

Morgen liebe Freunde nehmen wir euch mit zur falschen blauen Lagune die viel besser als die echte ist. Stay tuned and leave a comment.

Flussbett-Claudia und

Flussufer-Bart

Einmal ist immer das erste Mal, Teil I

Zunächst mal … uns gehts gut. Allerdings sind wir mit dem Beitrag schreiben schon wieder total hinten dran. Was aber nur dran liegt dass wir in der Zeit einfach nur wilden Spass in Laos hatten und einfach nicht dazu gekommen sind. Also, keine Sorge liebe Mitleser, wir sind wohl auf und haben eine Menge erlebt. Und davon erzählt euch die nächste Geschichte.

Wir haben es getan. Zum allerersten Mal. Nachdem wir schon so oft drüber gesprochen haben. Und, das Beste, das erste Mal ist in Vang Vieng passiert.

Aber  von Anfang. Erster Abend in Vang Vieng. Wir wollten nur noch ein kleines Beerlao im Champa Laos trinken. „You can sit there at the backyard“. Gesagt getan. Neben dem Platz auf dem wir sassen hing dann eben noch diese sehr einladende Hängematte. Und wer kann bei einem lauen Abend in Laos schon einer Hängematte wiederstehen? Wir jedenfalls nicht. Chillen, ein kühles Beerlao und sanftes hin- und herschaukeln bei lauschigen, topischen Abendtemperaturen.

Wie immer – was rein geht muss auch wieder rauskommen. Bart musste also mal aufs Klo. Und wieder an der Hängematte angekommen war Claudia plötzlich nicht mehr allleine. Der Besitzer derselber sass plötzlich auch mit rum. Wie sich herausstellte war er überhaupt nicht sauer, sondern Alleinreisender Holländer. Und dazu noch Polizist. Und schon das zweite Mal in Vang Vieng. Dazu noch gesellig, gesprächig und gemeinsamen Aktivitäten nicht abgeneigt. Die erste Erwiederung auf unsere Aussage wir wollen mal Kajak fahren gehen war: „Cool, can I join you?“. Wir waren nicht abgeneigt, da sich ja herausstellte, dass J. (so darf man ihn nennen, wenn man seinen Namen nicht ordentlich aussprechen kann) uns ja einige Vang Vieng Erfahrung voraus hat.  So verabredeten wir uns kurzer Hand für den nächsten Morgen um 7:30, ja, nein, richtig gelesen, das soll sieben Uhr dreissig heissen! Der nächste Morgen, sieben Uhr fünfundzwanzig Claudia ist wach, geduscht, angezogen, fertig und startklar.

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Hat bereits eine gesamte Film- und Fotostrecke vom aufwachenden Vang Vieng erstellt. Jochen schläft noch. Fünf Minuten später Jochen ist auf, angezogen und fertig, rauchend in der Morgendämmerung:

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Ein kleines Frühstück später (Reis- oder Nudelsuppe, je nach Gusto) das wir mit J. (Jechoum Sweppes heisst der Gute mit vollem Namen, und ja, es hat was mit dem Getränk zu tun) zusammen gemütlich eingenommen haben, geht es auch schon los. J. kennt sich aus, er marschiert schnurstracks zur Kreuzung wo es Service-Stellen für Kajak-Interessierte gibt. Und für läppische 10.000 Kip extra konnten wir plötzlich auch sofort los. Für den Normal-Preis hätten wir bis zum nächsten Tag warten müssen. Wie aus dem Nichts taucht also der Kleinlaster mit exakt genug Booten beladen auf, bereit zum entern.

Unser Kajak-Guide sass schon auf dem Laster, und ab gehts raus aus der Stadt in die Wildnis. Naja, Wildnis. auf jeden Fall raus aus der Stadt.

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Sowohl Bart als auch J. hatten noch keine Kajak-Erfahrung und waren daher etwas aufgeregt. Nur Claudia konnte es kaum erwarten. Kaja. Endlich! Also, Boot aubgeladen, Schwimmwesten an, kurze Einweisung erhalten und ab gehts.

Bereits beim Abladen bekamen wir einen kleinen Vorgeschmack was uns landschaftlich erwarten würde. Bart hatte ob der Szenerie schon wieder eine kleine Träne im Knopfloch.

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„Bin ich wirklich hier?“ oder auch „Is this real life?“. Egal, das Wasser ruft. Bart vorne zum Fahrt machen, Claudia hinten zum Steuern. Ab dafür!

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Unser Guide unf J. voraus, wir hinterher. Jochen findet es kippelig. “Claudia, wenn Du paddelst, kippt das Boot immer in und her, soll das so?“. Jochen sollte in wenigen Kilometern erst erfahren was kippen im Kajak wirklich bedeutet. Bis dahin verlief die Reise ruhig, landaschftlich überwältigend, einfach unbeschreiblich. Dann, die ersten Stromschnellen. Wir konnten das Weisswasser bereits lange vorher hören. Beim Anblick haben uns dann aber doch allen ein wenig die Gliedmassen geschlottert. Ok. dann hinein. War nicht so schlimm wie gedacht, rein kamen wir prima, immer den Vordermännern im Kielwasser folgen dann gehts auch ganz gut.

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Bis zur letzten Spitzkehre: erstmal hart mittschiffs aufs Uferschilf zuhalten und dann hart backbord und gleichzeitig Maschinen stop. Puh, das wäre fast ins Auge gegangen.  Der Rumpf war zur Hälfte unter Wasser! Hosenbeine, Shirts, Beine und Herzen/Kreisläufe auch. Aber dann welch Wunder, alles halb so schlimm, die Titanic richtet sich allein aus den tosenden Fluten auf und nimmt den Kurs auf als wäre nichts geschehen.

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Nach diesem riskanten Manöver haben wir uns eine Stärkung verdient. Also ans Ufer manövriert und eine der der letzten drei Bars aufgesucht.

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Eigentlich wollten wir nur ne Cola und ein Wasser, aber irgendwie kriegt man zu jeder Bestellung noch einen Schnaps und ein glücksbringendes Armband dazu. Im Hintergrund lief der gleiche Soundtrack wie in jeder anderen Kneipe dort auch. Wir vermuten die Playlist wird zentral von der Pateth Lao gesteuert und an alle Kneipen des Landes verbreitet. Schnaps gekippt, Schwimmweste wieder an und weiter gehts.

Der Rest des Flusses war dann etwas ruhiger und wir konnten die Landschaft, Kühe und badende Wasserbüffel bestaunen.

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Und dann wars auch schon aus. „Nochmal, nochmal!“ ruft Claudi. „Puh, nicht gekentert“ ruft Bart. „Erstmal ein Beerlao“ meint J.

Nach einem üppigen Mittagasmal und einer chilligen Runde Blogpost lagen wir den Rest des Abends vor Madagaskar am Nam Song.

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Doch davon liebe Kinder erzählen wir euch ein andermal.

Steuermann-Claudia

Steam-Engine-Bart

Support you local traveller and post your comment. Greatly appreciated.

Vang Vieng where the Party is almost over

Letzter Tag Vientiane. Wir lassens etwas langsamer angehen und gehen erstmal was essen. Hab ich schon erwähnt dass das Essen hier fantastisch ist und man quasi die ganze Reise in Restaurants, Garküchen und Streetfood-Läden verbringen könnte? Wir entscheiden uns wieder für das Banlao, wo wir am Ankunftstag waren. Erstens weils dort saulecker war und zweitens … äh … wie gekommen so gegangen. Oder so ähnlich. Es war wieder klasse („This dish only in Laos!“) und die Besitzerin saufreundlich. Wer mal in Vientiane sein sollte: Klare Empfehlung.

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Nun wollen wir weiter nach Vang Vieng.Tja, Vang Vieng. Zunächst wollte Jochen hin und Claudi nicht. Beides aufgrund von Dokumentar-Filmen im Internet. Die schönen zeigen die unglaubliche Landschaft. Die anderen zeigen die wilden Horden grölender, betrunkener Feierteens und -twens. (und -thirties). Eine schwere Entscheidung aber am Ende doch klar. Keiner von uns will  inmitten von respektlosen Fereng (Wort für Ausländer?) massentouristische Ballermann-Szenen erleben und sei die Landschaft auch noch so schön. Dann wollte Claudi Hin und Jochen nicht. Denn pro: es liegt sowieso auf dem Weg nach Luang Prabang und man kann prima die Reise in zwei Hälften Teilen. Andererseits, contra: wir haben sowieso so wenig Zeit übrig. Lieber gleich durchfahren und die Tage im Norden nutzen. Letztlich hat jedoch die Neugier und die Weisheit gesiegt. Wann kommt man schon wieder hier hin? Welchen Sinn macht es etwas auszulassen was sich sowieso anbietet? Und wer will schon 10 Stunden am Stück im Bus sitzen? Gut, Vang Vieng wir kommen. Dorthin bringt uns ein Mini-Van. Der fährt ganz früh und einer fährt auch 13:30. Den nehmen wir. Als wir am Siri (Syri) abgeholt werden entsteht gerade der vorherige Blog-Post. Schnell Laptop zu und auf zum Wagen. Doch was sehen meine Augen da? 5 (gefühlte 25) alkoholisierte, laute, halbnackte Australier / Engländer. Örks na das wird bestimmt ein Spaß! Wir steigen vom Lasten-Tuk-Tuk in den Mini-Van, weitere Backpacker gesellen sich zu unserer munteren Gruppe. Mini-Van voll, die Jungs vor uns auch und los geht es.

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Zum Glück dauert diese Fahrt ja nur halb solang. Kaum sind wir bis zum Stadtrand gekommen, wird der Fahrer schon gebeten anzuhalten. Jemand muss sich erleichtern. Doch was ist das? Es ist wiedererwarten keiner der Muckibude-Eiweissshake-Eisenfresser-Gröleheinis. Ein Asiate, Japaner? Er kann das Geschaukel nicht gut ab und ihm ist schlecht. Das erste Mal übergibt er sich kurz nach der Stadtgrenze. Eine halbe Stunde später nochmal. Und wir sind noch nicht einmal in den Bergen wo die Strassen laut Beschreibeung eng, windy und bumpy werden. Ein paar Mal halten wir ihm zuliebe noch an, inklusive kurzer echter Pause auf halber Strecke. Lustig ist die Tatsache, dass je länger die Reise dauert, desto leiser werden die Protzer und desto lauter (und lustiger) geht es vorne beim Fahrer zu. In den Bergen, die wirklich windy, aber auszuhalten sind, bekommen wir den ersten Blick auf die Karstberge die uns erwarten. Vorfreude pur! Zuletzt bleibt zu sagen, die Fahrt war sehr schaukelig, holperig, bumpy aber landschftlich echt super.

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Bei der Ankunft hat Jochen zum Glück mitbekommen wo die Party-People ihr Lager aufzuschlagen gedenken (Pan’s Place). Wir entschieden uns kurzerhand für eine Herberge ganz am anderen Ende der Gegend. Auf unsere Frage ob die Richtung (wir deuteten nach Osten) richtig wäre und ob man laufen könne, wenn das Ziel Campa Lao wäre, erhielten wir zur Bestätigung ein freundliches heftiges Nicken. Es war allerdings sowieso kein Tuk-Tuk in der Nähe und so schulterten wir das Marschgepäck und wackelten los in die angegebene Richtung. Aus reiner Intuition hielten wir das (scheinbar einzige) Tuk-Tuk an, dass offenbar wieder zurück gefahren kam und liessen uns zu besagter Herberge fahren. Natürlich war es sehr sehr weit – man hätte laufen können aber wäre erst lange Zeit später angekommen – und nicht ganz in der angegebenen Richtung – ein kleiner aber wichtiger Schlenker Richtung Fluss runter war unabdingbar. Wir lernen es wohl nur sehr mühsam, nur weil die Antwort freundlich und bestimmt ist, muss sie eben doch nicht unbedingt richtig sein. Am Ziel angekommen dämmerte es gerade. Wir waren uns sofort einig: das Etablissement ist das Plätzchen unserer Wahl. Schnell ankommen, auspacken und los, essen suchen.

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Die Strasse parallel zum Fluss entlang schlendernd sahen wir uns diverse Speisekarten der Restaurants (eines neben dem anderen) an um festzustellen, dass überall der gleich Kram (Pizza, Burger, Pasta,etc.) angeboten wird. Fisch, gedämpft oder gegrillt fanden wir erst am Ende der Straße, ganz hinten in der Karte. Vorbei an unzähligen Kaschemmen mit lauter Musik und Fernseher auf dem in Endlosschleife die einschlägigen englischsprachigen Vorabendserien dargeboten wurden. Pro Season ein Laden – so kam es uns vor… Örks, wo sind wir da hingeraten?

Das Restaurant unserer Wahl hatte keinen Fernseher. Hier lief zwar Elektromusik aber das änderte sich im Laufe des Abends. Als das sauleckere Essen kam schwenkte der Stil über zu Klassikern aus unserer Jugend 🙂 Derart begleitet liessen wir uns den Fisch und je ein Beerlao schmecken.

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Anschliessend haben wir noch einen kurzen Verdauungsspaziergang über die Brücke am Quai, äh Nam Song gemacht um uns dann satt und zufrieden mit einem Beerlao-to-go in Richtung Heia zu begeben.

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Aber an Heia war nicht zu denken. Nein nicht wegen feiernder Horden, es war einfach zu einladend sich im schönen Innenhof auf ein weiteres Beerlao in der Hängematte noch ein wenig das laue Abendlüftchen um die Nase wehen zu lassen. Und wo einer sitzt, da sitzen auch zwei und dann dauert es nicht lang werden es drei. Das Zimmer neben der Hängematte hinten links gehört J. aus den Niederlanden. Und da saßen wir nun und plauschten. Und wer wissen will wie der unternehmungslustige J. unseren Tagesablauf bereichert, der lese gerne den nächsten Artikel.

Gruß, Pass-Claudi

P.S. der Pass ist in diesem Moment mit dem Pass von Jochen im blauen Rucksack.

und Social-Jochen

P.P.S. Hier noch ein Bild wie dieser Post im lauschigen Hinterhof des Campa Lao entstand.

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Bycicle Race

Für Heute hatten wir uns einen Wecker gestellt, damit es nicht schon wieder Mittagszeit und brüllend heiss ist bis wir in Aktion treten. Also schwupps geduscht, angezogen noch schnell was getippt und los gehts. Der Hunger treibt uns voran – heute ist französicher Tag – Jochen will Baguette (oder wie man badisch sagen würde Baggedd) Wir also ab in die Rue Francoise N. das ist französich und heisst Francoise N. Straße 😉 Wenn hier keine Baguettes zu haben sind wo dann?! Und tatsächlich hier gibt es welche und zwar seeehr leckere. Sättigend sind sie auch aber es bleibt die vage Ahnung, dass das nicht für den ganzen Tag reicht.

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Fest geplant ist nur um 12:00 die frisch gewaschene Wäsche abzuholen im Mixay Paradise (da ist mir Laundry-Service 10.000K/kg am ersten Tag als erstes aufgefallen) Vorher brauchen wir Geld, Essen und möchten gern Fahrräder ausleihen. Geld haben wir gefunden (genauer einen Automaten der uns für eine schnuckelige kleine Gebühr Geld von unsserem Konto gibt). Essen haben wir auch gefunden (besagte leckere Baggedds) und nun noch schnell Fahrräder besorgt, Wäsche geholt, ins Hotel gebracht und los!

Die Räder sind prima! Niegel-nagel-neu und recht günstig. Den Tip haben wir von der Zirkusdirektorin bekommen: “Der Laden heisst Mixay irgendwas, geht einfach hinter der Beerdigungsgesellschaft, die schon seit Tagen auf beiden Seiten der Straße alles blockiert mit Stühlen, Tischen, Essen und so, nach rechts“. Danke. Super Laden, super Service. Zwar hatte eines anfangs ein kleines Klappern aber getauscht gegen sein Zwilling konnte es dann direkt losgehen. (Wäschesack noch schnell ab ins Zimmer).

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Da eine letzte Pflichtaufgabe noch auf der Liste stand sind wir zunächst nur die Hauptstrasse flussaufwärts gefahren. Bis zu einem Copy-Shop. Denn kürzlich ist uns klargeworden vom neuen Pass haben wir keinerlei Sicherheitskopie. Von allen Papieren hat Jochen B-IN-B (back in berlin) solchen angefertigt aber in Helsinki haben wir nicht bedacht dies auch mit dem neuen Dokument nachzuholen.

2 Fotokopien und ein pdf später sassen wir auch schon wieder im Sattel unserer Stahlrösser. Als anständige Verkehrsteilnehmer entlang einer Einbahnstrasse war uns nun die Richtung vorgegeben, weiter flussaufwärts. So gelangten wir zum Präsidenten-Palast. Ein feudales Gebäude, hoch umzäunt. Welches sicher seine architektonischen Finessen hat aber unsere Augen waren sofort nach links gelenkt wo sich am Ende des breiten mehrspurigen Boulevard ein triumphbogenartiges Gebäude erhob. Da war alles klar, Fahrräder, Triumphbogen und los gehts! Tour de France lässt grüssen. Hier fingen wir schon ein wenig an, die üblichen Verhaltensregeln der laotischen Mitstreiter im Straßenverkehr zu unseren Gunsten zu interpretieren. Aber das tut man gerne um Bilder wie diese zu haben mit dem einsamen Radler auf das Ziel zu.

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Am Triumphbogen angekommenerstmal Pause und unsere körpereigenen Wasserreserven neu aufgetankt. Wie Bart später zu spüren bekommen wird ist das eine nicht zu vernachlässigende Tätigkeit. Natürlich das obligatorische Foto gemacht und, schwupps, drängt sich links ein tätowierter Mönch vorbei der von seinem Vasallen auch geknipst wird. Von Bart auch. Merkt er aber nicht.

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der Verkehr in Laos ist zwar nicht Indien-Style, aber trotzdem, zumindest für Bart, eine echte Herausforderung. Regeln gibts halt nicht und jeder muss sehen wie er zurecht kommt. Und Vertrauen in den gütigen Buddha haben. Aber da wir 2006 eine erstklassige Ausbildung in Kolkatta von Tanushri bekommen haben (die uns Hasenfüsse beim Überqueren der Strasse immer ausgelacht hat) konnte eigentlich nichts schiefgehen. Und ist auch nicht. Auf jeden Fall war für uns das Erlebnis einmalig. Endlich, endlich nach so vielen Jahren zum ersten Mal in Asien auf zwei Rädern statt per pedes unterwegs! Vorher „durften“ wir ja immer nicht …

Weiter dann zum Pha That Luang, erstmal Wasser, Cola und ein Eis für Claudia holen. Und dann, wie im letzten Post schon geschrieben, kontemplativ chillen.

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Dann ab ins nirgendwo. Zumindest hat Bart das so erlebt, für Claudia war es eher ein easy ride. Da sieht man wer die Grossstadterfahrung in Punkto Radeln hat. Links, rechts, nuff, nunder, und Bart immer hinterher bis er nicht mehr konnte. Besser gesagt bis er bald, ähm, gek**** hätte. Ja, das was ihr unten auf dem Bild seht ist ein verschwitztes Shirt … Verfahren haben wir uns nur ein kleines bisschen, aber Dank des genialen Kompasses den wir von unseren lieben Freunden den Shyamals bekommen haben war auch das Problem schnell gelöst. Süden? Da lang!

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Vor dem Räder abgeben noch schnell was futtern. Der Junge Kellner hat Bart immer so schelmisch von der Seite angelacht dass Claudia auf die Idee kam wir wären eventuell in einer Schwulenbar gelandet. Wir können die These bis heute weder widerlegen noch bestätigen. Wie es wirklich war weiss nur … na … richtig, der gütige Buddha allein.

Dann waren wir aber auch richtig knülle, noch schnell etwas packen, am nächsten Tag gehts schliesslich weiter nach Vang Vieng und Bye Bye Vientiane. Zum Schluss noch ein letztes Beerlao auf der Terasse, dann ab ins Heiabettchen?

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Denkste! Das dicke Ende kommt zum Schluß. Claudi packt und packt und packt. Und was denkt ihr, welches Utensil fehlt zum Schluß? Genau! Wo ist der Pass? Der schöne neue Pass? Ihr könnt Euch vorstellen wie sich das anfühlt, nach der ganzen Vorgeschichte. Es ist spät wir sind sehr kaputt, müssen früh aufstehen, der Bus ist schon bezahlt und wiedermal hat Claudi keinen Pass – nicht witzig. Also zunächst scharf nachdenken, wo haben wir ihn als letztes gesehen? Richtig im Copyshop. Hat der freundliche Kopier-Laote ihn mir wieder gegeben? Möglicherweise nein, ich bin nicht sicher. Ich zieh mich an, ich geh so schnell ich kann dahin, ich überlege unterwegs was wenn schon geschlossen ist? Was wenn er dort nicht ist? Was wenn ihn jemend gefunden hat? Gedankenkarussell. All meinen Dank an das Universum, der Pass war tatsächlich im Flachbettscanner liegengeblieben. Der Laden hatte noch geöffnet und der Pass war sicher verwahrt in der Schublade. Danke, Danke, Danke. Und wiiiiee peinlich, erst am Ende des Tages fällt auf dass er fehlt! Ab jetzt wird er ausschliesslich direkt am Körper getragen und nur in Ausnahmefällen ausgehändigt. Weitere Abenteuer on the road und in Vang Vieng dann im nächsten Post.

Es grüssen,

Cycling-Claudi

Exhausted-Bart

Wer ist eigentlich dieser Schüüül?

Oder auch: Lonely Planet my ass! Ich muss hier mal kurz loswerden wie sehr uns der Lonely Planet diesmal enttäuscht hat. Wir haben beschlossen: Nie mehr wieder.

Zunächst mal sind die Karten und Strassennamen falsch. Eine Querstrasse heisst wie die Hauptstrasse und umgekehrt. Somit hats dann eben etwas länger zum guest house gedauert als gedacht. Naja, Schwann drüber dachten wir, kann ja einmal passieren (Betonung auf „einmal“).

Als wir dann aber Jules Classic Bikes zwecks Motorradverleih gesucht haben war Polen offen. Wieder einem Tuk-Tuk Fahrer mühevoll erklärt wo wir hinwollten (btw, dieser war fair und hat uns nicht abgezockt). Endlich dort angekommen wo uns der Lonely Planet („komplett neu recherchiert“) hingeführt hat erfuhren wir das der gute Jule schon seit drei Jahren nicht mehr dort ist.

OK, dann zur Adresse seiner Webseite. Von freundlichen Laoten wurden wir wieder mal hierhin und dorthin geschickt. Es ist wie in Indien: Bevor man zugibt dass man einfach nicht weiss wo die Strasse ist deutet man einfach in irgendeine Richtung.

Also, alle Hinweise halfen nichts und Bart wollte schon aufgeben. Claudia, das alte Kämpferherz gab sich aber noch nicht so schnell geschlagen. Wir fanden schliesslich den Tempel wo gegenüber der gute Schüül sein sollte. Aber da war nur ein Spa. Das Spa war auch im Lonely Planet, aber irgendwie woanders.

Trotzdem im Spa eine freundliche Laotin gefragt ob man Motorräder leihen kann. Standen ja auch ein paar Maschinen rum. „No, not here“. Aha. Hä? Dann eben nicht, Danke und Tschüss!

Schon wieder auf dem Heimweg rannte uns plötzlich eine andere Frau hinterher und winkte uns zurück. Und tatsächlich: Da war er, der Schüül. Spa und Schüül sind nämlich ein und dasselbe. Danke Lonely Planet for wasting our time!

Zum  Schluss haben wir dann doch kein Schüül-Bike genommen, da Minimum-Leihdauer eine Woche und ausserdem wollte er unseren Pass behalten. Nope.

Nächstes Mal nehmen wir einen anderen Führer mit. Vielleicht gibts ja den „Very Lonely Planet“ oder den „Extremely Lonely Planet“.

Wander-Claudia

Wander-Bart

P.S. und da die Wanderung so ergebnislos war, gibts auch keine Bildergebnisse 😉