Einmal ist immer das erste Mal, Teil I

Zunächst mal … uns gehts gut. Allerdings sind wir mit dem Beitrag schreiben schon wieder total hinten dran. Was aber nur dran liegt dass wir in der Zeit einfach nur wilden Spass in Laos hatten und einfach nicht dazu gekommen sind. Also, keine Sorge liebe Mitleser, wir sind wohl auf und haben eine Menge erlebt. Und davon erzählt euch die nächste Geschichte.

Wir haben es getan. Zum allerersten Mal. Nachdem wir schon so oft drüber gesprochen haben. Und, das Beste, das erste Mal ist in Vang Vieng passiert.

Aber  von Anfang. Erster Abend in Vang Vieng. Wir wollten nur noch ein kleines Beerlao im Champa Laos trinken. „You can sit there at the backyard“. Gesagt getan. Neben dem Platz auf dem wir sassen hing dann eben noch diese sehr einladende Hängematte. Und wer kann bei einem lauen Abend in Laos schon einer Hängematte wiederstehen? Wir jedenfalls nicht. Chillen, ein kühles Beerlao und sanftes hin- und herschaukeln bei lauschigen, topischen Abendtemperaturen.

Wie immer – was rein geht muss auch wieder rauskommen. Bart musste also mal aufs Klo. Und wieder an der Hängematte angekommen war Claudia plötzlich nicht mehr allleine. Der Besitzer derselber sass plötzlich auch mit rum. Wie sich herausstellte war er überhaupt nicht sauer, sondern Alleinreisender Holländer. Und dazu noch Polizist. Und schon das zweite Mal in Vang Vieng. Dazu noch gesellig, gesprächig und gemeinsamen Aktivitäten nicht abgeneigt. Die erste Erwiederung auf unsere Aussage wir wollen mal Kajak fahren gehen war: „Cool, can I join you?“. Wir waren nicht abgeneigt, da sich ja herausstellte, dass J. (so darf man ihn nennen, wenn man seinen Namen nicht ordentlich aussprechen kann) uns ja einige Vang Vieng Erfahrung voraus hat.  So verabredeten wir uns kurzer Hand für den nächsten Morgen um 7:30, ja, nein, richtig gelesen, das soll sieben Uhr dreissig heissen! Der nächste Morgen, sieben Uhr fünfundzwanzig Claudia ist wach, geduscht, angezogen, fertig und startklar.

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Hat bereits eine gesamte Film- und Fotostrecke vom aufwachenden Vang Vieng erstellt. Jochen schläft noch. Fünf Minuten später Jochen ist auf, angezogen und fertig, rauchend in der Morgendämmerung:

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Ein kleines Frühstück später (Reis- oder Nudelsuppe, je nach Gusto) das wir mit J. (Jechoum Sweppes heisst der Gute mit vollem Namen, und ja, es hat was mit dem Getränk zu tun) zusammen gemütlich eingenommen haben, geht es auch schon los. J. kennt sich aus, er marschiert schnurstracks zur Kreuzung wo es Service-Stellen für Kajak-Interessierte gibt. Und für läppische 10.000 Kip extra konnten wir plötzlich auch sofort los. Für den Normal-Preis hätten wir bis zum nächsten Tag warten müssen. Wie aus dem Nichts taucht also der Kleinlaster mit exakt genug Booten beladen auf, bereit zum entern.

Unser Kajak-Guide sass schon auf dem Laster, und ab gehts raus aus der Stadt in die Wildnis. Naja, Wildnis. auf jeden Fall raus aus der Stadt.

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Sowohl Bart als auch J. hatten noch keine Kajak-Erfahrung und waren daher etwas aufgeregt. Nur Claudia konnte es kaum erwarten. Kaja. Endlich! Also, Boot aubgeladen, Schwimmwesten an, kurze Einweisung erhalten und ab gehts.

Bereits beim Abladen bekamen wir einen kleinen Vorgeschmack was uns landschaftlich erwarten würde. Bart hatte ob der Szenerie schon wieder eine kleine Träne im Knopfloch.

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„Bin ich wirklich hier?“ oder auch „Is this real life?“. Egal, das Wasser ruft. Bart vorne zum Fahrt machen, Claudia hinten zum Steuern. Ab dafür!

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Unser Guide unf J. voraus, wir hinterher. Jochen findet es kippelig. “Claudia, wenn Du paddelst, kippt das Boot immer in und her, soll das so?“. Jochen sollte in wenigen Kilometern erst erfahren was kippen im Kajak wirklich bedeutet. Bis dahin verlief die Reise ruhig, landaschftlich überwältigend, einfach unbeschreiblich. Dann, die ersten Stromschnellen. Wir konnten das Weisswasser bereits lange vorher hören. Beim Anblick haben uns dann aber doch allen ein wenig die Gliedmassen geschlottert. Ok. dann hinein. War nicht so schlimm wie gedacht, rein kamen wir prima, immer den Vordermännern im Kielwasser folgen dann gehts auch ganz gut.

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Bis zur letzten Spitzkehre: erstmal hart mittschiffs aufs Uferschilf zuhalten und dann hart backbord und gleichzeitig Maschinen stop. Puh, das wäre fast ins Auge gegangen.  Der Rumpf war zur Hälfte unter Wasser! Hosenbeine, Shirts, Beine und Herzen/Kreisläufe auch. Aber dann welch Wunder, alles halb so schlimm, die Titanic richtet sich allein aus den tosenden Fluten auf und nimmt den Kurs auf als wäre nichts geschehen.

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Nach diesem riskanten Manöver haben wir uns eine Stärkung verdient. Also ans Ufer manövriert und eine der der letzten drei Bars aufgesucht.

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Eigentlich wollten wir nur ne Cola und ein Wasser, aber irgendwie kriegt man zu jeder Bestellung noch einen Schnaps und ein glücksbringendes Armband dazu. Im Hintergrund lief der gleiche Soundtrack wie in jeder anderen Kneipe dort auch. Wir vermuten die Playlist wird zentral von der Pateth Lao gesteuert und an alle Kneipen des Landes verbreitet. Schnaps gekippt, Schwimmweste wieder an und weiter gehts.

Der Rest des Flusses war dann etwas ruhiger und wir konnten die Landschaft, Kühe und badende Wasserbüffel bestaunen.

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Und dann wars auch schon aus. „Nochmal, nochmal!“ ruft Claudi. „Puh, nicht gekentert“ ruft Bart. „Erstmal ein Beerlao“ meint J.

Nach einem üppigen Mittagasmal und einer chilligen Runde Blogpost lagen wir den Rest des Abends vor Madagaskar am Nam Song.

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Doch davon liebe Kinder erzählen wir euch ein andermal.

Steuermann-Claudia

Steam-Engine-Bart

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