Bycicle Race

Für Heute hatten wir uns einen Wecker gestellt, damit es nicht schon wieder Mittagszeit und brüllend heiss ist bis wir in Aktion treten. Also schwupps geduscht, angezogen noch schnell was getippt und los gehts. Der Hunger treibt uns voran – heute ist französicher Tag – Jochen will Baguette (oder wie man badisch sagen würde Baggedd) Wir also ab in die Rue Francoise N. das ist französich und heisst Francoise N. Straße 😉 Wenn hier keine Baguettes zu haben sind wo dann?! Und tatsächlich hier gibt es welche und zwar seeehr leckere. Sättigend sind sie auch aber es bleibt die vage Ahnung, dass das nicht für den ganzen Tag reicht.

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Fest geplant ist nur um 12:00 die frisch gewaschene Wäsche abzuholen im Mixay Paradise (da ist mir Laundry-Service 10.000K/kg am ersten Tag als erstes aufgefallen) Vorher brauchen wir Geld, Essen und möchten gern Fahrräder ausleihen. Geld haben wir gefunden (genauer einen Automaten der uns für eine schnuckelige kleine Gebühr Geld von unsserem Konto gibt). Essen haben wir auch gefunden (besagte leckere Baggedds) und nun noch schnell Fahrräder besorgt, Wäsche geholt, ins Hotel gebracht und los!

Die Räder sind prima! Niegel-nagel-neu und recht günstig. Den Tip haben wir von der Zirkusdirektorin bekommen: “Der Laden heisst Mixay irgendwas, geht einfach hinter der Beerdigungsgesellschaft, die schon seit Tagen auf beiden Seiten der Straße alles blockiert mit Stühlen, Tischen, Essen und so, nach rechts“. Danke. Super Laden, super Service. Zwar hatte eines anfangs ein kleines Klappern aber getauscht gegen sein Zwilling konnte es dann direkt losgehen. (Wäschesack noch schnell ab ins Zimmer).

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Da eine letzte Pflichtaufgabe noch auf der Liste stand sind wir zunächst nur die Hauptstrasse flussaufwärts gefahren. Bis zu einem Copy-Shop. Denn kürzlich ist uns klargeworden vom neuen Pass haben wir keinerlei Sicherheitskopie. Von allen Papieren hat Jochen B-IN-B (back in berlin) solchen angefertigt aber in Helsinki haben wir nicht bedacht dies auch mit dem neuen Dokument nachzuholen.

2 Fotokopien und ein pdf später sassen wir auch schon wieder im Sattel unserer Stahlrösser. Als anständige Verkehrsteilnehmer entlang einer Einbahnstrasse war uns nun die Richtung vorgegeben, weiter flussaufwärts. So gelangten wir zum Präsidenten-Palast. Ein feudales Gebäude, hoch umzäunt. Welches sicher seine architektonischen Finessen hat aber unsere Augen waren sofort nach links gelenkt wo sich am Ende des breiten mehrspurigen Boulevard ein triumphbogenartiges Gebäude erhob. Da war alles klar, Fahrräder, Triumphbogen und los gehts! Tour de France lässt grüssen. Hier fingen wir schon ein wenig an, die üblichen Verhaltensregeln der laotischen Mitstreiter im Straßenverkehr zu unseren Gunsten zu interpretieren. Aber das tut man gerne um Bilder wie diese zu haben mit dem einsamen Radler auf das Ziel zu.

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Am Triumphbogen angekommenerstmal Pause und unsere körpereigenen Wasserreserven neu aufgetankt. Wie Bart später zu spüren bekommen wird ist das eine nicht zu vernachlässigende Tätigkeit. Natürlich das obligatorische Foto gemacht und, schwupps, drängt sich links ein tätowierter Mönch vorbei der von seinem Vasallen auch geknipst wird. Von Bart auch. Merkt er aber nicht.

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der Verkehr in Laos ist zwar nicht Indien-Style, aber trotzdem, zumindest für Bart, eine echte Herausforderung. Regeln gibts halt nicht und jeder muss sehen wie er zurecht kommt. Und Vertrauen in den gütigen Buddha haben. Aber da wir 2006 eine erstklassige Ausbildung in Kolkatta von Tanushri bekommen haben (die uns Hasenfüsse beim Überqueren der Strasse immer ausgelacht hat) konnte eigentlich nichts schiefgehen. Und ist auch nicht. Auf jeden Fall war für uns das Erlebnis einmalig. Endlich, endlich nach so vielen Jahren zum ersten Mal in Asien auf zwei Rädern statt per pedes unterwegs! Vorher „durften“ wir ja immer nicht …

Weiter dann zum Pha That Luang, erstmal Wasser, Cola und ein Eis für Claudia holen. Und dann, wie im letzten Post schon geschrieben, kontemplativ chillen.

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Dann ab ins nirgendwo. Zumindest hat Bart das so erlebt, für Claudia war es eher ein easy ride. Da sieht man wer die Grossstadterfahrung in Punkto Radeln hat. Links, rechts, nuff, nunder, und Bart immer hinterher bis er nicht mehr konnte. Besser gesagt bis er bald, ähm, gek**** hätte. Ja, das was ihr unten auf dem Bild seht ist ein verschwitztes Shirt … Verfahren haben wir uns nur ein kleines bisschen, aber Dank des genialen Kompasses den wir von unseren lieben Freunden den Shyamals bekommen haben war auch das Problem schnell gelöst. Süden? Da lang!

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Vor dem Räder abgeben noch schnell was futtern. Der Junge Kellner hat Bart immer so schelmisch von der Seite angelacht dass Claudia auf die Idee kam wir wären eventuell in einer Schwulenbar gelandet. Wir können die These bis heute weder widerlegen noch bestätigen. Wie es wirklich war weiss nur … na … richtig, der gütige Buddha allein.

Dann waren wir aber auch richtig knülle, noch schnell etwas packen, am nächsten Tag gehts schliesslich weiter nach Vang Vieng und Bye Bye Vientiane. Zum Schluss noch ein letztes Beerlao auf der Terasse, dann ab ins Heiabettchen?

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Denkste! Das dicke Ende kommt zum Schluß. Claudi packt und packt und packt. Und was denkt ihr, welches Utensil fehlt zum Schluß? Genau! Wo ist der Pass? Der schöne neue Pass? Ihr könnt Euch vorstellen wie sich das anfühlt, nach der ganzen Vorgeschichte. Es ist spät wir sind sehr kaputt, müssen früh aufstehen, der Bus ist schon bezahlt und wiedermal hat Claudi keinen Pass – nicht witzig. Also zunächst scharf nachdenken, wo haben wir ihn als letztes gesehen? Richtig im Copyshop. Hat der freundliche Kopier-Laote ihn mir wieder gegeben? Möglicherweise nein, ich bin nicht sicher. Ich zieh mich an, ich geh so schnell ich kann dahin, ich überlege unterwegs was wenn schon geschlossen ist? Was wenn er dort nicht ist? Was wenn ihn jemend gefunden hat? Gedankenkarussell. All meinen Dank an das Universum, der Pass war tatsächlich im Flachbettscanner liegengeblieben. Der Laden hatte noch geöffnet und der Pass war sicher verwahrt in der Schublade. Danke, Danke, Danke. Und wiiiiee peinlich, erst am Ende des Tages fällt auf dass er fehlt! Ab jetzt wird er ausschliesslich direkt am Körper getragen und nur in Ausnahmefällen ausgehändigt. Weitere Abenteuer on the road und in Vang Vieng dann im nächsten Post.

Es grüssen,

Cycling-Claudi

Exhausted-Bart

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