Kitsch am Mekong

Nachdem wir uns etwas erholt hatten wollten wir nun endlich, endlich wie Dr. Siri und sein bester Freund auf einem Baumstamm am Mekong sitzen und uns das erste, eiskalte Beerlao hinter die Binde kippen. Das Bier war schnell gefunden, das gibts hier nämlich an jeder Ecke wie Leitungswasser. Kostet zwischen 90 Cent und €1,20 und, ich nehme es schonmal vorweg, schmeckt ausgezeichnet. Aber erstmal eine ATM gesucht und hoffen und beten, dass zumindest eine unserer Karten funktioniert. Da Bart klugerweise sämtliche PINs seiner Kreditkarten vergessen hat verlassen wir uns komplett auf Claudias VISA Card und Barts Maestro Card. Aber, was soll ich sagen, die Technik macht auch vor Laos nicht halt und bisher haben wir immer mit zumindest einer Karte Bares bekommen. Was wir wie gesagt in (erstmal eine, wir wussten ja nicht wies schmeckt) Beerlao investiert haben.

Runter zum Mekong, und der erste Blick war gleich bombastisch, da Sonnenuntergang.

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Warnung: Wir haben etwa 50 astreine Kitschbilder geschossen, unten haben wir ein paar angehängt. Wer Lust auf mehr hat dem drucken wir gerne eine Fototapete 🙂 Aber vor dem Bier die Arbeit. Bart war noch am Knipsen, plötzlich kommt ein Lao-Teenie-Mädel auf Claudia zu und fängt an sie vollzuquatschen. Bart schon wieder: „Ha, bestimmt so ne Abzocke“, aber weit gefehlt, wir sind hier in Laos. Hier gibts (fast) keine Abzocke sondern einen freundlichen Nop. Das Mädel war von irgendeiner Schule und hatte wohl die Hausaufgabe Touries auf Englisch anzuquatschen und Konversation zu betreiben. Totaaal süüüüüss. Hatte einen Zettel mit vorgefertigten Fragen drauf. „How do you like the food in Laos?“. „How long do you stay in Laos“. Mehr Konversation war leider nicht zu betreiben, aber Hut ab, dazu gehört in dem Alter echt Mut. Wir haben ihr dann aus unserem Berlin-Souvenier-Reservois das wir immer mitführen einen kleinen Bärchen-Anhänger und einen Kühlschrank-Magnet mit Berlin-Motiven geschenkt. „Ahhh, I like, I like, I like.“ Hätte sich fast nicht mehr eingekriegt. Süüüüüüss. Ist adoptiert. Leider haben wir verpasst ein Bild von ihr zu machen. Ein kleines Video gibts, aber das kann ich wegen der Bandbreite hier nicht hochladen.

Dann runter an den Mekong. Mission fast accomplished. Einen Baumstamm wie Siri haben wir zwar nicht gefunden, dafür eine alte Holztür die in der Pampa rumlag. Also … Tür Richtung Ufer, draufsetzen und den ersten Schluck Bier nach einer laaangen Zeit. War das geil.

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Geiler war aber noch die Szenerie. Je länger der Abend desto schöner (und kitschiger) der Sonnenuntergang. Mal mit Fischern auf dem Wasser, mal ohne. Mit Himmel und Ohne. Mit Bier und ohne. Zum Schluss fing noch eine Band in irgendeiner Kneipe an schnulzige Thai- oder Lao-Songs zu spielen. Das war dann auch für uns zuviel. But now: Let the Kitsch begin!

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 Der weitere Abend verlief dann noch wie folgt. Entlang des Mekong, stromaufwärts, werden hier in Vientiane ab Sonnenuntergang nicht die Bürgersteige hochgeklappt sondern eher ausgefahren. Soll heissen die Uferstrasse entlang der Promenade wird für Kraftfahrzeuge gesperrt und Fussgänger, Radfahrer, Skater, also alle Freizeitaktiven (oder  -aktivisten?) erobern sich den Raum. Das schliesst die allabendlichen zwei Squaredance-TaiChi-Openair-Aerobic Gruppen mit ein. Diese betreiben unweit voneinander in unwesentlich unterschiedlicher Lautstärke und Rhythmus ihre gruppendynamischen Zusammenkünfte. Zwischen beiden gibt es in der Mitte einen Punkt an dem die Kakophonie mitsamt Übersteuerung ihren herrlichen Höhepunkt erreicht. Unweit davon befindet sich Abend für Abend der Nightmarket. Hier gibt es auch Kitsch und Nützliches, einfach nett mal hindurch zu schlendern. Am Ende wartet dann der (von Jochen) sogenannte Grüssaugust. Eine Steinstatue mit waagerecht erhobenem, grüssendem Arm. Allerdings lassen seine lustigen steinernen Kasperschuhe mit hochgebogener Spitze keine Assoziation zu auch wenn sie noch so naheligend ist.

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Von dort haben wir unser Hotel gesucht und gefunden. Wir haben dann den Abend noch ruhig ausklingen lassen. Am nächsten Tag hiess es ja erstmal: Dr. Siri auf der Spur. Und auch da waren wir höchst erfolgreich. Aber davon erzählt euch ein anderer Post.

Es grüssen euch alle herzliche,

Schnulzen-Bart und Schmalz-Claudi

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